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Der WSM-Jahresrückblick 2015 #2 – Die beste Schauspielleistung

© Koch Media Home Entertainment

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Jakob: Elias und Lukas Schwarz in „Ich seh, ich seh“

Eigentlich müsste es im Horrorfilm ein eigenes Subgenre für „Spooky Kid Movies“ geben. Das Kind, mit dem irgendetwas nicht stimmt und/oder von dem Gefahr ausgeht, ist in jenem Genre ein wiederkehrender Topos. Kinder stehen für personifizierte Unschuld und wenn sie plötzlich unvermittelt zur Bedrohung werden, ist dieser Faktor in der Lage, umso mehr Schrecken zu verbreiten. Doch da gibt es ein Problem: Kinderdarsteller sind nicht immer zwingend das Gelbe vom Ei, so dass die Gefahr eventuell nicht als solche greifbar wird oder gar ins Lächerliche abgleitet. Dies ist jedoch ein Problem, das „Ich seh, ich seh“ definitiv nicht hat. Die beiden österreichischen Zwillinge stellen alle bisher dagewesenen Horror-Kinder bis hin zu „Das Omen“ in den Schatten. Wie sie über einen langen Zeitraum versuchen, die Wesensveränderung ihrer Mutter zu ergründen und dabei zu mehr und mehr brutalen Methoden greifen, gleitet immer weiter in einen intensiv-verstörenden Albtraum hinein. Ihr Spiel miteinander sowie insbesondere ihre Dialoge mit der Mutter sind dabei so nervenzerfetzend gut gespielt, dass man den beiden irgendwann schlicht alles zutrauen würde…

© Sony Pictures Home Entertainment

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Markus: James Franco in „The Interview“

Klar, man kann James Franco natürlich vorwerfen, er bewege sich verdächtig nah am Overacting in seiner Rolle als Talkmaster Dave Skylark in „The Interview“. Aber ehrlich gesagt muss er auch genau so spielen und jenen schwierigen Balanceakt meistern. Meines Erachtens ist ihm dies geglückt. Franco war schon mal genauso gut, aber besser war er noch nie. Wieder einmal beweist er seine enorme Wandlungsfähigkeit, sein grandioses Comedy-Talent – egal ob mimisch oder gestisch – und seine Liebe zum absurden Quatsch-Humor. Eine Buddy-Komödie mit zwei Real Life Buddys in den Hauptrollen. Für mich ein humoristischer Geniestreich, vor allem dank James Francos unvergesslicher, grenzdebiler, hilariöser Performance, bei der er es sogar schafft, den einzig wirklich ernsten Moment so unfassbar gut zu delivern, dass ich jedes Mal Gänsehaut bekomme.

© polyband / WVG Medien

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Laszlo: Julianne Moore in „Still Alice“

Wieder Pech für Eddie Redmayne, der definitiv im Rennen wäre. Aber er hätte sich wohl dieses Jahr knapp hinter J.K. Simmons (weiß eigentlich irgendjemand, für was J.K. steht?) eingereiht. Und auch dessen überragende Leistung in „Whiplash“ steht für mich noch hinter Julianne Moore, die in „Still Alice“ einfach alle Register zieht. Beide Filme haben zwar einige Aufmerksamkeit bekommen, aber längst nicht die, die sie verdient hätten. Zumindest Julianne Moores Schauspielleistung sollte man sehr sehr lange nicht vergessen!

© Constantin Film

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Torsten: Oliver Masucci in „Er ist wieder da“

Der Mann verdient diesen Titel für mich, so hat er mit Adolf Hitler in „Er ist wieder da“ sicherlich eine der gewagtesten Rollen übernommen. Klar ist der Film keine One-Man-Show, aber trotzdem steht und fällt das ganze Projekt mit dem Hitler-Darsteller und Masucci hat es perfekt geschafft, erschaudernde Aussagen aus den Leuten herauszukitzeln sowie dabei stets den Führerduktus beizubehalten.

© Universal Pictures

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Roman: Michael Fassbender in allen Rollen.

Hail thee, Steve Jobs!

© Wilson Webb / DCM

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Jonas: Cate Blanchett in „Carol“

Cate Blanchett ist im Melodrama „Carol“ nichts weniger als eine Göttin. Sie alleine macht den ohnehin schon sehr guten Film sehenswert!

© Warner Bros.

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David D.: Charlize Theron in „Mad Max: Fury Road“

Fühlt sich wie ein Déjà-vu an…ich habe das kürzlich schon einmal gesagt: Spannende, gebrochene und doch willensstarke Darstellung eines verdammt coolen Charakters. Neben Tom Hardy eine gute Figur machen ist meist schon wegen dessen opulenter Physis nicht leicht. Zusätzlich jedoch noch in Kampfszenen einen gebührenden Gegenpart darzustellen, ist wohl doppelt schwer

© STUDIOCANAL

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Michael: Keanu Reeves in „John Wick“

Womöglich ist Keanu Reeves nicht der ausdrucksstärkste Schauspieler. Schnell gerät jedoch in Vergessenheit, dass der Mime ein äußerst fähiger Darsteller im Actionfach ist. Cool, grimmig und athletisch – so zeigt er sich als „John Wick“. Gänsehaut ist bei seinem Rachefeldzug vorprogrammiert.

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