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Der WSM-Jahresrückblick 2015 #3 – Der größte What-the-F**k-Moment

© Sony Pictures

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Jakob: Das Eminem-Interview aus „The Interview“

Okay, denkt man sich zu Beginn von „The Interview“, ein Cameo-Auftritt von Eminem, der sich einem Interview in der Talkshow des schmierigen Moderators Dave Skylark (James Franco) aussetzt. Er besitzt also ein gewisses Maß an Selbstironie, spricht für ihn. Sie reden über dies und jenes und plötzlich outet sich Eminem, quasi nebenbei, als homosexuell. Weder Skylark noch der im Regieraum stehende Sendungsproduzent Aaron Rapoport (Seth Rogen) können es fassen: Eminem ist schwul?!? Na klar, führt dieser locker weiter aus, wer in seinen Texten genau hingehört habe über all die Jahre, der hätte da auch schon eher drauf kommen können, schließlich habe er genügend Hinweise gegeben. Mit welcher Nonchalance und Ernsthaftigkeit sich der Rap-Star selbst auf die Schippe nimmt und nebenbei die seinem musikalischen Genre stets latent inhärente Homophobie dekonstruiert, das ist schlicht und einfach grandios und verleiht dem Moment eine umso stärkere Wucht. Diese Szene ist ein filmischer Einstieg nach Maß, eine vollends unerwartete Wendung der im Alltag hundert Mal gesehenen Situation „Talkshow“, welche den Zuschauer mit der ungläubigen Frage „Did they really do this?“ und vor Staunen offenem Mund zurücklässt, aus dem sich nach einigen Sekunden ein hemmungsloses Lachen befreit. Anarchischer Humor, wie er besser kaum sein kann.

© Koch Media

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Laszlo: Das Ende von „Foxcatcher“ (Spoilerfrei)

Knappes Rennen zwischen dem Ende von „Foxcatcher“ und der Kirchenszene aus „Kingsman“. Hätte auch ein ganz bestimmter Tod in „Die Tribute von Panem: Mockingjay – Teil 2″ sein können, aber dies war ein bisschen zu nüchtern inszeniert. Am Ende macht es „Foxcatcher“, weil der Moment in einem Sportlerdrama für mich wirklich ziemlich unerwartet kam.

© Bildstörung

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Roman: „Es ist schwer, ein Gott zu sein“ – der ganze Film

Ein langer Moment. „Es ist schwer, ein Gott zu sein“ zieht seinen WTF-Moment geradezu genüsslich auf gediegene 177 Minuten, von Anfang bis Ende. Und das ist auch gut so.

© Alamode Film

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Jonas: Eine ganz bestimmte Szene aus „Love 3D“

Die „Wir ejakulieren dem ahnungslosen Publikum mitten ins Gesicht und zeigen, was die 3D-Technik alles so kann“-Szene aus Gaspar Noés „Love 3D“ hat mich ziemlich überrascht und begeistert.

© Universal Pictures

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David D.: Der „Warcraft“-Trailer

Da dachte ich mir: “WTF…darauf hab ich 10 Jahre gewartet?”

© Paramount Pictures

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Michael: „Mission: Impossible – Rogue Nation“ – der ganze Film

Über Tom Cruises Privatleben mag man geteilter Meinung sein; seinem Engagement als Schauspieler kann man jedoch nur Respekt zollen. Zu Recht ist er nach wie vor wahrscheinlich der größte Filmstar klassischer Prägung, der für jedes seiner großen Projekte lebt. So auch 2015, als Mr. Cruise sich für die Eröffnungssequenz von „M:I 5″ an die Außenwand eines gerade startenden Flugzeuges hängte.

© 20th Century Fox

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Frederic: Der „Deadpool“-Trailer

Niemals hätte ich gedacht, dass mich ein Trailer zu einem Superhelden-Film nochmal in seinen Bann ziehen könnte. Der ganze Film scheint ein einziges WTF zu werden.

 

SPOILER (zu „Kingsman“)

© 20th Century Fox Home Entertainment

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Markus: Das Finale von „Kingsman – The Secret Service“

Weder Comic-Vorlagengeber Mark Millar („Kick-Ass“, „Wanted“, „Civil War“) noch Regisseur Matthew Vaughn („Layer Cake“, „Kick-Ass“, „X-Men: Erste Entscheidung“) stehen für Understatement. Nein, bei beiden knallt’s ordentlich in ihren Werken und das ist auch gut so. Aber die explodierenden Köpfe im Finale von „Kingsman – The Secret Service“ setzen noch einen drauf. Das ist exploitativ, gesellschaftskritisch, Fan-Service und noch 10.000 andere Dinge, aber most of all: unendlich lustig. Ein absurdes, knallbuntes, wortwörtliches Feuerwerk an gehobenem Unfug und hilariösem Quatsch, geradezu opernhaft in Zeitlupe zu den Klängen von Sir Edward Elgars „Pomp and Circumstance March No.1“ zelebriert. So richtig schön in ya face. Aber das sind wir ja von Millar und Vaughn gewöhnt.

© 20th Century Fox Home Entertainment

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Torsten: Das Ende der Kirchenszene aus „Kingsman – The Secret Service“

Ich nehme an, dass einige meiner Kollegen den Tod eines Charakters wählen werden, den man schon 15 Minuten vorher antizipiert hat. Ich entscheide mich für eine Szene, die völlig aus dem Nichts und unerwartet kam. Nämlich der Tod von Galahad (Colin Firth) in „Kingsman“. Nachdem er sich in der Kirchenszene durch Massen von Feinden geprügelt hat, kommt es zur Konfrontation mit Richmond Valentine (Samuel L. Jackson), die Galahad leider mit dem Leben bezahlen muss. Sogar Valentine selbst reagiert danach angewidert und auch überrascht.

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