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Im Zweifel glücklich (2017/2018) Review

© Weltkino

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In seinem Regiedebüt „Year of the Dog“ (2007) erzählt Mike White von einer Frau Mitte 40, die durch den Tod ihres Hundes in eine Lebenskrise gestürzt wird. Mit seiner Tragikomödie „Im Zweifel glücklich“ (zu der er erneut auch das Drehbuch geschrieben hat) widmet er sich nun zehn Jahre später wieder einer Lebenskrise – dieses Mal allerdings der eines männlichen Protagonisten. Gespielt wird dieser von Ben Stiller, der nach „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ (2013) und „Gefühlt Mitte Zwanzig“ (2014) ebenfalls über einige filmische Erfahrung mit persönlichen Krisen verfügt. Sein Charakter Brad kämpft mit nagenden Selbstzweifeln, die durch ständige Vergleiche mit anderen – die viel glücklicher, erfolgreicher und begehrenswerter zu sein scheinen – immer schlimmer werden. Doch auch wenn die Hauptfigur zahlreiche Ängste widerspiegelt, die in unserer von stetigem Leistungsdruck geprägten Zeit vielen Menschen bekannt sein dürften, fällt es schwer, sich wirklich in ihre trüben und unentwegt kreisenden Gedanken einzufühlen.

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KurzCast #6 The Equalizer 2

© Sony Pictures

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Direkt nach der Sichtung des Filmes werfen wir in der gebotenen Kürze einen Blick auf Zeitgenössisches aus der Filmwelt. Heute geht es um das nächste Team-Up von Regisseur Antoine Fuqua mit Denzel Washington als nachbarschaftlichem Vigiliant Robert McCall. Dies und weiteres in unserer Episode zu „The Equalizer 2″!

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KurzCast #5 Meg

 

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Direkt nach der Sichtung des Filmes werfen wir in der gebotenen Kürze einen Blick auf Zeitgenössisches aus der Filmwelt. Heute jagen wir gemeinsam mit Jason Statham Haie und außerdem ein paar Klischees. Dies und weiteres in unserer Episode zu „Meg“!

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Ghostland (2017/2018) Review

© capelight pictures

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Mit „Martyrs“ (2008) schuf der französische Regisseur Pascal Laugier nicht nur einen der besten Horrorfilme des 21. Jahrhunderts, sondern einen der maßgeblich besten Horrorfilme aller Zeiten, ein transgressiver und intensiver filmischer Faustschlag, der ein großes, abschließendes Ausrufezeichen hinter die sich zu dieser Zeit bereits wieder im Rückgang befindliche Strömung der „New French Extremity“ setzte. Nach dem vollkommen andersartigen, aber nichtsdestotrotz sehr sehenswerten „The Tall Man“ (2012) meldet sich Laugier nach nun sechs Jahren filmischer Abstinenz wieder zurück und legt sein neuestes Werk „Ghostland“ vor, sein erster Film, der erfreulicherweise eine Kinoauswertung in Deutschland spendiert bekam. Alle Vergleiche mit „Martyrs“ erübrigen sich, da man ein solches Once-in-a-Lifetime-Meisterwerk kaum noch einmal toppen kann, doch „Ghostland“ legt einen Vergleich auch gar nicht nahe, sondern weist schlicht ganz eigene Qualitäten auf. Und davon gibt es viele: „Ghostland“ dürfte einer der stärksten Horrorfilme der letzten Zeit sein, womit in diesem einleitenden Absatz gleich zwei Mal mit Superlativen operiert wird.

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The Florida Project (2017/2018) Review

© Prokino

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Es gibt wahrlich nicht viele Filme, die sich den dezidiert Armen in dieser eigentlich reichen Gesellschaft widmen, den Ausgeschlossenen, denen außerhalb der Strukturen, die jeder irgendwie sieht, aber keiner wahrhaben will. Zwar drehen sich viele Filme der Hollywood’schen Traumfabrik durchaus um Figuren, die sich als Außenseiter bezeichnen lassen, doch ist es wichtig, hier eine klare Linie zu ziehen: Außenseiter werden in der Regel immer eingebunden, wenn das Märchen vom American Dream perpetuiert werden soll: Jeder kann es schaffen, auch ein Außenseiter kann zum Star werden, auch der Nerd kann eine Freundin bekommen, auch das hässliche Entlein kann sich zum schönen Schwan wandeln. Oder aber Außenseiter werden in den eher platten Vertretern des populären Kinos einfach direkt herabgewürdigt und diskriminiert, dann dienen sie zur Bestätigung des eigenen Selbstwertgefühls als „normal“ (selbstverständlich sind all diese Ausführungen ein wenig pauschal, aber treffen nichtsdestotrotz den kulturellen Kern). Die (ökonomisch und dadurch gesellschaftlich) Ausgeschlossenen sind jedoch nicht einmal mehr Außenseiter, denn letzterer Begriff impliziert zumindest eine Zugehörigkeit zu etwas (wenn auch am Rande), während das Ausgeschlossensein dies wiederum verneint. Die Ausgeschlossenen können zwar zu Außenseitern werden, doch dient dann ihr Porträt im Rahmen eines falschen filmischen Abbiegens meist wieder dem Aufstiegsmythos, so wie vor einigen Jahren in „Precious – Das Leben ist kostbar“, der trotz seiner vielversprechenden Prämisse am Ende doch wieder zumindest mittelbar in altbekannte US-amerikanisch geprägte Erzählmuster verfiel. In diese Falle tappt „The Florida Project“ nicht. Der Film von Regisseur Sean Baker, welcher einen Hang zu Werken hat, die sich mit Ausgeschlossenen beschäftigen, ist ein intensives Porträt derjenigen, die keinen Anteil an der Gesellschaft haben, ausgegrenzt, ausgeschlossen, ausgestoßen.

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KurzCast #4 Mission: Impossible – Fallout

© Paramount Pcitures  / Skydance

© Paramount Pcitures / Skydance

 

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Direkt nach der Sichtung des Filmes werfen wir in der gebotenen Kürze einen Blick auf Zeitgenössisches aus der Filmwelt. Heute geht es um einen der ganz großen Sommerblockbuster des Jahres 2018. Die „Mission: Impossible“-Reihe ist zurück und mit ihr Tom Cruise! Und Ving Rhames. Und Simon Pegg. Und Rebecca Ferguson. Und Alec Baldwin. Dies und weiteres in unserer Episode zu „Mission: Impossible – Fallout“!

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KurzCast #3 Sicario 2

© STUDIOCANAL

© STUDIOCANAL

 

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Direkt nach der Sichtung des Filmes werfen wir in der gebotenen Kürze einen Blick auf Zeitgenössisches aus der Filmwelt. Heute gibt es ein Wiedersehen mit Josh Brolin und Benicio Del Toro, aber leider nicht mit Emily Blunt. Dies und weiteres in unserer Episode zu „Sicario 2″!

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Trash Talk Reboot #6 Ocean’s 8

 

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Heute findet ein Beutezug statt: Wir drei befassen uns in unserer sechsten Folge mit dem vierten Eintrag der „Ocean’s“-Reihe, der von acht Frauen handelt, die versuchen ein Collier im Wert von 150 Mio. Dollar zu stehlen.

Review „Ocean’s 8“
00:00:00 – 00:42:33

Coming Soon…
00:42:34 – 01:30:30

VS
01:30:31 – 01:50:00

Besetzung: Torsten, Meggy und Jakob

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KurzCast #2 Skyscraper

 

© Universal Pictures

© Universal Pictures

 

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Direkt nach der Sichtung des Filmes werfen wir in der gebotenen Kürze einen Blick auf Zeitgenössisches aus der Filmwelt. Heute müssen sich Dwanye Johnson und Neve Campbell aus einem brennenden Hochhaus befreien und nebenbei noch einem Komplott auf die Spur kommen. Dies und weiteres in unserer Episode zu „Skyscraper“!

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I’m a Cyborg, But That’s OK (2005) Blu-ray-Kritik

© capelight pictures

© capelight pictures

„I’m a Cyborg, But That’s OK“…ein skurriler Titel, ein ungewöhnliches und irgendwo zwischen absurder Komödie, Liebesfilm und Gesellschaftsstudie angesiedeltes Werk, das der koreanische Regisseur Park Chan-Wook, der mit „Oldboy“ (2003) die Bühne des internationalen Filmschaffens betrat (und seitdem dort verweilt), im Jahr 2006 nach dem Abschluss seiner Rache-Trilogie (die neben „Oldboy“ noch „Sympathy for Mr. Vengeance“ (2002) und „Lady Vengeance“ (2006) umfasst) drehte. Eine Handlung im klassischen Sinne ist dabei kaum auszumachen, der Film gleicht mehr einer Collage: Die Fabrikarbeiterin Young-goon (Lim Su-jeong) wird nach einem Suizidversuch in eine Psychiatrie eingewiesen, wo sie auf vielerlei schräge, aber meist liebenswürdige Menschen trifft, unter anderem den Kleptomanen Il-soon (Rain), der schnell ein Auge auf sie wirft. Doch gibt es ein Problem: Young-goon hält sich für einen Cyborg und verweigert folglich das Essen, da sie der Überzeugung ist, dass dieses ihre Technik zerstören würde. Dies hat zur Folge, dass sie körperlich immer schwächer wird, was Il-soon wiederum zu verhindern versucht.

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KurzCast #1 The First Purge

© Universal Pictures

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Direkt nach der Sichtung des Filmes werfen wir in der gebotenen Kürze einen Blick auf Zeitgenössisches aus der Filmwelt. Heute beschäftigen wir uns mit dem vierten Teil des „The Purge“-Franchise, der als Prequel deren Anfänge thematisiert. Dies und weiteres in unserer Episode zu „The First Purge“!

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Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (2017/2018) Review

© 2018 Twentieth Century Fox

© 2018 Twentieth Century Fox

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“: Sperrig und irgendwie ein wenig merkwürdig wirkt dieser Titel im ersten Moment und man bekommt auch nicht wirklich eine Vorstellung davon, was für eine Art Film das jetzt sein wird. Dennoch bringt der Titel den Inhalt und den Charakter des Films treffend auf den Punkt. Ohne blumige oder tiefgründige Beschreibungen stellt er einfach nur klar und offen fest, worum die Handlung sich dreht: Drei Werbetafeln, die außerhalb der Kleinstadt Ebbing neu beklebt werden sowie deren Wirkung. Hintergrund und Effekt der Werbetafeln sind dabei ebenso sperrig wie der Titel. Selbst der zynische Witz des Films schwingt angesichts des Kontrastes von Thematik und nüchternem Titel mit. Dennoch überrascht der ständig auftretende Humor, der – teilweise an Galgenhumor grenzend – jedes Mal die unangenehmen Thematiken auf die Spitze treibt und, obwohl man lachen muss, jedes Mal das Gefühl hinterlässt: Wie kann ich über diese Situation jetzt lachen müssen?

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Criminal Squad (2018) Review

© Concorde Home Entertainment

© Concorde Home Entertainment

Mehr als einmal schimmert Michael Mann, der Gangsterfilm-Ästhet vom Dienst, durch die Oberfläche von „Criminal Squad“; die stilsicheren Bilder einer Großstadt bei Nacht, der ausführlich ausgetragene Kampf zweier Protagonisten, einer auf der Seite des Gesetzes, einer ein gerissener Krimineller. Doch das Regiedebüt von Christian Gudegast (vorher Drehbuchautor des Vin-Diesel-Vehikels „Extreme Rage“ und der Haudrauf-Fortsetzung „London Has Fallen“) besitzt im Ganzen betrachtet durchaus genügend Eigenständigkeit, um nicht als simples „Heat“-Rip-Off abgetan werden zu können. „Criminal Squad“ ist in Zeiten von schneller-höher-weiter-teurer-(Science-Fiction-)Blockbustern und oftmals damit verbundenen CGI-Exzessen eine angenehme Abwechslung im Actionfilmsektor und schlicht ein exzellenter Gangster- bzw. Heist-Film.

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Trash Talk Reboot #5 Jurassic World: Das gefallene Königreich & Solo: A Star Wars Story

© Universal Pictures

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Der Trashtalk ist zurück – das Comeback des Jahres. Wir beschäftigen uns mit aktuellen Tendenzen des Kinos, vergöttern unsere Helden und haten gnadenlos unsere größten Feinde. In der heutigen Episode begeben wir uns auf die Jagd nach Dinosaurieren. Im Weltraum. Nacheinander.

Review: „Jurassic World: Das gefallene Königreich“
00:00:00 – 00:27:40

Spoilertalk: „Jurassic World: Das gefallene Königreich“
00:27:41 – 00:55:30

Review: „Solo: A Star Wars Story“
00:55:31 – 01:27:00

Spoilertalk: „Solo: A Star Wars Story“
01:27:01 – 02:10:43

Besetzung: Torsten, Meggy und Stargast Jakob

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Trash Talk Reboot #4 Deadpool 2

© wirsindmovies.com

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Hey, ich bin’s, Wade. Ich hab den Account von Wir sind Movies gehackt und den Trash Talk übernommen. Heute gab es drei Mal die 10/10 für das neue Meisterwerk, in dem ich den ultrabösen Cable davon abhalte, ein Kind zu töten. Heiße Grüße, euer Pool.

Review: „Deadpool 2“ (Spoilerfrei)
00:00:00 – 00:24:15

Spoilertalk: „Deadpool 2“
00:24:15 – 00:56:00

Coming Soon
00:56:00 – 01:49:00

Die Besetzung: Torsten, Laszlo und Meggy

Coming soon:
The Predator – von: Shane Black; mit: Yvonne Strahovski, Olivia Munn, Boyd Holbrook
Bohemian Rhapsody – von: Dexter Fletcher, Bryan Singer; mit: Rami Malek
Klassentreffen 1.0 – von: Til Schweiger; mit: Til Schweiger, Lilli Schweiger
Jurassic World: The Fallen Kingdom – von: J.A. Boyana; mit: Chris Pratt, Bryce Dallas Howard, Jeff Goldblum

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Trash Talk Reboot #3 Avengers: Infinity War

© wirsindmovies.com

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Der Trashtalk ist zurück – das Comeback des Jahres. Wir beschäftigen uns mit aktuellen Tendenzen des Kinos, vergöttern unsere Helden und haten gnadenlos unsere größten Feinde. In der heutigen Episode begeben wir uns zusammen mit Thanos auf die Suche nach den Infinity-Steinen und besprechen „Avengers: Infinity War“.

Review: „Avengers: Infinity War“ (spoilerfrei)
00:00:00 – 00:08:00

Spoilertalk: „Avengers: Infinity War“
00:08:00 – 01:40:40

Die Besetzung: Torsten, Laszlo und Meggy

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In Kino Veritas #8 Die Flops des Kinojahres 2017

© Disney

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Ja, wir können auch Latein! Dass im Kino die Wahrheit liegt, wussten wir ja schon länger, aber nun ist die Zeit gekommen, es auszusprechen. Heute diskutieren wir ausgiebig und garantiert subjektiv die schlechtesten Filme des letzten Jahres!

Wir hoffen, ihr habt ebenso viel Spaß wie wir und freuen uns auf Anregungen, Lob und Kritik.

Die Besetzung: Jakob, Laszlo, Mamon, Simon, Torsten und Janosch!

Was uns bewegt: Rückblick auf das Kinojahr 2017
00:00 – 192:43 min

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Trash Talk Reboot #2 Lady Bird

© wirsindmovies.com

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Der Trash Talk ist zurück – das Comeback des Jahres. Wir beschäftigen uns mit aktuellen Tendenzen des Kinos, vergöttern unsere Helden und haten gnadenlos unsere größten Feinde. In der heutigen Episode werden wir gemeinsam mit Saoirse Ronan in Greta Gerwigs „Lady Bird“ erwachsen, daten zum ersten Mal, beenden die High School und suchen uns ein tolles College.

Review: „Lady Bird“
00:00:00 – 00:33:40

Coming Soon („The Equalizer 2“, „Deadpool 2“ & „Wahrheit oder Pflicht“)
00:33:40 – 00:54:18

News
00:54:18 – 01:11:40

Serienjunkies („Troy: Fall of a City“)
01:11:40 – 01:23:55

Die Besetzung: Torsten, Laszlo und Meggy

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Trash Talk Reboot #1 Ready Player One

 

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Der Trash Talk ist zurück – das Comeback des Jahres. Wir beschäftigen uns mit aktuellen Tendenzen des Kinos, vergöttern unsere Helden und haten gnadenlos unsere größten Feinde. In der heutigen Episode tauchen wir tief in die OASIS ein und reviewen Steven Spielbergs “Ready Player One”. Haltet euch fest und sperrt eure Lauschlappen auf.

Review: „Ready Player One“
00:00:00 – 00:42:26

Coming Soon („Avengers: Infinity War“ & „Solo: A Star Wars Story“)
00:42:27 – 01:07:45

Was uns bewegt („Tomb Raider“, „Veronica“)
01:07:46 – 01:33:51

VS
01:33:52 – 02:08:34

Die Besetzung: Torsten, Laszlo und Special Guest Meggy

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Coco – Lebendiger als das Leben (2017) Review

© 2017 Disney / Pixar

© 2017 Disney / Pixar

Seit ihrem Mega-Erfolg „Alles steht Kopf“ (2015) ist es um die US-amerikanische Trickfilmschmiede Pixar in der populärkulturellen Wahrnehmung etwas ruhiger geworden – was jedoch nicht heißt, dass sie keine Filme mehr produziert hätten. Wo sich vorher allerdings nahezu jedes ihrer Werke zu einem Instant-Klassiker entwickelte (mit der entschiedenen Ausnahme von „Cars 2“ (2011) sowie vermutlich auch „Die Monster-Uni“ (2013); Sequels taten Pixar noch nie gut), so konnte das Studio seit eben „Alles steht Kopf“ kaum mehr einen neuen Quasi-Animationskultfilm ins Rennen schicken. Nach dem völlig unter dem Radar laufenden „Arlo & Spot“ (2015) folgten lediglich zwei weitere Fortsetzungen, nämlich „Findet Dorie“ (2016) und „Cars 3“ (2017), bevor mit „Coco – Lebendiger als das Leben“ nun der Heimkinostart des neuesten Pixar-Streiches ansteht. Mal schauen, in welche Richtung sich die Rezeption in diesem Fall entwickeln wird.

Coco ist nicht die Protagonistin des Filmes – sie spielt lediglich eine sehr kleine, aber auch sehr wichtige Nebenrolle – stattdessen dreht sich die Story um den zwölfjährigen Miguel, der unbedingt Musiker werden will. Das Problem dabei ist, dass sein Ur-Ur-Großvater seine Frau und Tochter (besagte Coco, die somit die Urgroßmutter des Protagonisten ist) verlassen hatte, um als – genau: Musiker sein Glück zu finden. Nicht nur er ist seitdem thematisch tabu, auch Musik ist es in all ihren Facetten, was gegenüber Miguel, der heimlich Gitarrespielen gelernt hat, zeitweise despotische Züge annimmt. Er solle doch lieber Schuhmacher werden, so wie es die ganze Familie ist. Doch Miguel hat sich seinen Traum in den Kopf gesetzt, umso mehr, als er erfährt, dass sein Ur-Ur-Großvater der berühmte Gitarrist-Sänger-Schauspieler Ernesto de la Cruz gewesen sei. Nachdem er die Gitarre des Verstorbenen stiehlt, führt ihn dies am „Tag der Toten“ ins Reich der Toten. Dort muss er darum kämpfen, in nur einer Nacht wieder ins Reich der Lebenden zurückzukehren und parallel seine in Bezug auf Musik und eine entsprechende Karriere ebenfalls etwas verknöchert denkenden toten Familienmitglieder umzustimmen. Das Ganze wird in der für Pixar-Filme typischen Rasanz und Buntheit erzählt, wobei an „Coco“ interessant ist, dass die Gag-Dichte hier bei weitem nicht so hoch ist wie üblich.

© 2017 Disney / Pixar

© 2017 Disney / Pixar

Natürlich fehlen die typischen Slapstick-Momente nicht (die in der Regel auch sehr gut gelungen sind), natürlich fehlen die One-Liner in den Dialogen nicht, natürlich ist der Film letztlich humorvoll angelegt, doch alles scheint eine Spur heruntergedimmt worden zu sein, was vermutlich mit dem überspannenden Thema Tod zu tun haben mag. Insbesondere der Anfang, in dessen Zuge Miguel sich der Anti-Musik-Autokratie seiner Familie widersetzen muss, hat dabei teils fast melodramatische Anflüge. Für ironische Brechungen sorgen lediglich der durchgeknallte Hund Dante (der mit ins Reich der Toten reist) sowie später Héctor, den Miguel im Reich der Toten trifft und der verspricht, ihm zu helfen (der typische Sidekick). Auf einer formalen Ebene tut es mal ganz gut, in einem Film, der sich gar nicht so indirekt dem Disney-Konzern zurechnen lässt, nicht unter Gag-Dauerfeuer zu stehen; dies hatten beispielsweise die Drehbuchautoren von „Star Wars: Die letzten Jedi“ (2017) nicht hundertprozentig verstanden.

Grundlegend erzählt „Coco“ zunächst eine sehr amerikanische Geschichte – der Einzelne, der gegen alle Widerstände an seinen Traum glaubt und diesen umsetzen möchte. Interessant dabei ist jedoch, dass Miguels Umfeld dieses Prinzip eben genau nicht teilt und ihm eher hinderlich ist. Von einer gemeinsamen gedanklich-ideologischen Basis kann damit hier kaum die Rede sein, wobei dies je nach Lesart die zugrundeliegenden Implikationen sowohl abschwächen als auch verstärken kann. Miguel setzt sich gegen eine ihn in seinen Möglichkeiten einschränkende Institution (hier die Familie) zur Wehr, das ist sinnvoll, doch lehrt die Zeit, dass in der Realität genau dies in der Regel leider scheitern muss. Doch dafür ist kein Platz in einem Pixar- und somit primär Kinderfilm, hier muss der Held alle Prüfungen bestehen und kann alle von der Falschheit ihres Despotismus überzeugen. Ein American Dream in der light-Version, weil nicht mehr ganz so heroisch aufgebauscht wie noch zu früheren Zeiten und ohne den typischen „du kannst alles schaffen, wenn du nur an dich glaubst“-Monolog des Sidekicks. Immerhin, das muss man „Coco“ zugute halten, wird nach einigen diesbezüglichen dramaturgischen Haken hier die Familie auf lange Sicht tatsächlich als eine stabilisierende Instanz begriffen (sofern sie dem Einzelnen seine Freiheiten lässt), der Wert der Gemeinschaft zählt somit auf positive Weise etwas für das Selbstverständnis des Individuums.

© 2017 Disney / Pixar

© 2017 Disney / Pixar

Ein neuer Klassiker wird vermutlich auch „Coco“ nicht werden, dafür bleibt trotz des Einbezuges neuer Faktoren wie mexikanischer Traditionen oder des alles überspannenden Sujets Tod zu wenig hängen nach der Rezeption, ist der Film letztlich trotz aller Verspieltheit zu wenig prägnant und eingängig. Ein unscheinbares Kapitel in der Geschichte von Pixar, man liest, man blättert weiter und richtet seinen Fokus auf das, was da noch so kommen mag.

Autor: Jakob Larisch