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Between Worlds (2018/2019) Heimkino-Kritik

© EuroVideo Medien

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Der Oscar-Gewinner Nicolas Cage kann schon auf eine interessante Karriere zurückblicken. Zunächst startete Cage seine Karriere als Schauspieler in Indie-Filmen bekannter Regisseure, wie z.B. seines Onkels Francis Ford Coppola, den Coen-Brüdern oder Alan Parker, bis er eben jenen heißbegehrten Academy Award für seine Rolle in „Leaving Las Vegas“ (1995) bekam. Mitte der 90er drehte Cage dann kurz hintereinander drei Action-Streifen: „The Rock“ (1996), „Con-Air“ (1997), „Face/Off“ (1997), die in jede gut sortierte 90er-Jahre-Filmecke gehören. Im Anschluss diffundierte Cage zwischen Action und Drama hin und her, dabei wechselten sich Flop und Erfolg immer wieder ab. Seine filmischen Wutausbrüche, der blanke Wahnsinn seines Spiels sowie die ausladenden Gesten ließen ihn darüber hinaus im Social-Media-Zeitalter zu einem Meme werden. Mittlerweile hat in puncto Rollenauswahl und Schauspiel der Dr. Jekyll in Cage mehr und mehr die Überhand gewonnen und angesichts des hohen Arbeitspensums scheint er fast nur noch Angebote zu bekommen, die man nicht ablehnen kann. Entweder das oder die Messlatte liegt inzwischen recht tief.

„Between Worlds“ ist nun also der nächste Eintrag in sein „Direct-to-DVD/VoD“-Oeuvre. Cage kann man aber im Gegensatz zu anderen Pionieren dieses Sektors nicht vorwerfen, dass er immer den gleichen Film drehen würde. So ist auch „Between Worlds“ zwar wahrlich kein guter Film, aber auch keiner von der Stange. Nicolas Cage spielt den Fernfahrer Joe, der eines Tages auf einer Tankstellen-Toilette Julie (Franka Potente) vor dem Würgeangriff eines älteren Mannes rettet. Doch ist diese ihm dafür nicht dankbar, denn Julie ist ein Medium, sie kann Kontakt zu Geistern aufnehmen und wollte ihrer Tochter Billie (Penelope Mitchell) das Leben retten, die gerade auf der Intensivstation eines Krankenhauses liegt. Voraussetzung dafür ist, dass sie selbst eine Nahtoderfahrung erleidet und der übliche Weg dabei ist es, Julie zu würgen. Trotzdem freunden sich Julie und Joe an und beginnen eine Affäre, da beide ihren jeweiligen Partner verloren haben. Als Billie gesund und munter wieder nach Hause kommt, scheint sie allerdings irgendwie verändert und dann beginnt „Between Worlds“ eine Mischung zwischen „Ghost Whisperer“ (2005-2010) und „Das Biest“ (1993) zu werden.

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„Between Worlds“ ist insgesamt ein Erotik-Thriller geworden, der sich nur lohnt, um seine Fähigkeit zu schulen, schnell Filme zu vergessen. Sicherlich ist die hanebüchene Story eher symbolisch als wortwörtlich zu interpretieren, dennoch bleibt der Zuschauer letztendlich mit der Frage zurück, was denn dieser Film nun eigentlich sollte. Unterhaltsame Cage-Momente sind natürlich auch hier zu bewundern, trotzdem gibt es auch dafür wesentlich prägnantere Filme. Man muss allerdings festhalten, dass Cages Performance gar nicht übel ist und gerade in den späteren Szenen sogar sehr gut zu der surrealen Handlung des Filmes passt. „Between Worlds“ ist allerdings weder spannend noch wirklich interessant inszeniert und somit eigentlich nur relevant, weil eben Nicolas Cage mitspielt.

Autor: Torsten Stenske

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