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13 Sins – Spiel des Todes (2014) Review

© Koch Media

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Frei nach meinem altruistischen Credo „ich schaue mir schlechte Filme an, damit ihr das nicht tun müsst“ habe ich mir als Happen zwischendurch „13 Sins“ vom deutschen Regisseur Daniel Stamm gegeben. In der deutschen Fassung musste natürlich noch unbedingt die Ergänzung „Spiel des Todes“ angefügt werden, was schon auf die Klasse dieses Werkes schließen lässt. Was sich die Verleiher bei derartig kreativen Einfällen denken und ob das wirklich in irgendeiner Weise die Verkaufszahlen beeinflusst, soll hier nicht das Thema sein, mich würden da aber wissenschaftliche Befunde sehr interessieren.

Fassen wir einmal den Plot zusammen: Elliot Brindle (Mark Webber) ist ein erfolgloser Versicherungsvertreter, der zu Beginn des Films zu allem Überfluss auch noch seinen Job verliert. Der Grund dafür ist, dass er schlichtweg nicht skrupellos genug für diese Branche ist, seine Kunden ordentlich berät und nicht versucht, so viel Asche wie möglich zu machen. Das ist zwar löblich, bringt ihn im Leben aber nicht weiter. Noch dazu ist seine Verlobte schwanger und sein Bruder braucht Pflege aufgrund einer Behinderung. Eines Abends bekommt Elliot dann einen mysteriösen Anruf, er könne jetzt an einer Spielshow mit 13 Aufgaben teilnehmen, für die er jeweils Geld bekommt. Es fängt ganz harmlos mit dem Töten einer Fliege an und schaukelt sich natürlich nach und nach hoch. Der weitere Verlauf ist zu erahnen und ich will hier auch nicht die Intelligenz von jemandem beleidigen, indem ich das noch weiter ausführe.

Allen, die nun zurecht fragen, wieso man sich denn sowas überhaupt anguckt, lege ich nochmal den ersten Satz dieser Kritik ans Herz. Noch dazu kommt, dass die vorhersehbare 13-Sünden-Dramaturgie insofern ihren Reiz hatte, dass man nebenbei locker noch etwas anderes machen konnte, ohne die Angst zu haben, sich in der Handlung nicht mehr zurecht finden. Außerdem kann ich allen, die so schockiert wie ich waren, eine Entwarnung geben: Der ehemalige Formel-1-Pilot Mark Webber ist nicht so abgehalftert, dass er in solchen Filmen mitspielen muss, er fährt derzeit in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft für das Team von Porsche und das recht erfolgreich. Obwohl man sich angesichts der Leistung seines Namensvetters fragen muss, ob es nicht doch besser gewesen wäre, den Rennfahrer für den Film zu gewinnen.

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Aber hören wir auf, drum rum zu reden und gehen in medias res: „13 Sins – Spiel des Todes“ ist schlechte Straight-to-Video-on-Demand-Standardware, die sich auch tatsächlich nur Leute wie ich geben sollten, weil sie es nicht wert ist, von geistig gesunden Menschen gesehen zu werden. Hier eins, zwei Schauwerte, da eine vielleicht ganz nette witzige Idee, mehr bleibt aber auch nicht hängen. Da wäre zum Beispiel die eine Aufgabe zu nennen, bei der Elliot sein gesamtes Hochzeitsbankett zerstören und dabei die „Internationale“ singen soll. Die Idee ist ganz lustig, die Umsetzung ganz okay, am Ende bleibt ein Schmunzeln. Später kommt dann eben noch eine Unmenge von Fremdscham und „Oh nein, ist das schlecht“ dazu. Das Dilemma des Hauptcharakters wird auch nur angerissen und nicht wirklich ausgespielt, was aber bei so einem Film auch nicht erwartet werden kann. Er schafft es aber natürlich auch nicht, so schlecht zu sein, dass er schon wieder gut ist. Dass „13 Sins“ ein Stück weit verschwendete Lebenszeit ist, muss er sich gefallen lassen, aber immerhin empfindet man in den 90 Minuten keine körperlichen oder seelischen Schmerzen – das ist doch schon mal was. Die 13-Sünden-Dramaturgie führt auch dazu, dass sich die Zeit nicht elendig lang anfühlt, sondern doch recht schnell vergeht.

Bleibt zum Abschluss nur noch festzuhalten, dass es sich hierbei um das Remake des thailändischen Films „13 Beloved“ von 2006 handelt, der zumindest nach kurzer Recherche deutlich besser sein soll. Das ist auch nicht sonderlich schwierig. 3/10

Autor: Torsten Stenske

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