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WSM-Gesamtauswertung: Die Top 10 des Kinojahres 2015

© Marvel / Disney 2014

© Marvel / Disney 2014

Platz 10: Fällt leider flach, weil sich zwei Filme so hart um die Gunst der Redaktion gebattlet haben, dass beide exakt gleich viele Punkte und Nennungen davon tragen konnten. Die Rede ist von…

© 20th Century Fox Home Entertainment

© 20th Century Fox Home Entertainment

Platz 9: „Ant-Man“ von Peyton Reed und „Kingsman – The Secret Service“ von Matthew Vaughn

Der eine ein Ameisenmann, der andere ein Königsmann. Beide Filme basieren auf Comicvorlagen, beide nehmen sich selbst nicht ganz so ernst. Zwei Spektakel, die in diesem Jahr vielen aus der Redaktion enorm viel Freude bereitet haben, sich dabei allerdings auf ganz unterschiedliche Art und Weise in die Herzen des Teams tanzten oder viel eher prügelten. „Ant-Man“ glänzt mit einem ungewöhnlichen Helden, visuellen Spielereien und Heist-Movie-Action. „Kingsman“ hingegen prescht pfeilschnell voran, haut seinen Protagonisten und Antagonisten sowie dem Zuschauer voll in die Fresse und sieht dabei auch noch verdammt schick aus. Auf Platz 9 befinden sich also zwei Adaptionen aus dem Reich der neunten Kunst, die unterschiedlicher nicht sein könnten und sich im Kern doch irgendwie ähnlich sind: Hier dominiert der Spaß an der Freude. Dass sich die beiden Werke trotz Doppelplatzierung nicht gegenseitig an die Gurgel springen ist für uns übrigens selbstverständlich und eine Frage des Anstands. Denn eines ist glasklar: Manieren sind wichtig, Manieren machen uns zu Menschen. (Je 6 Nennungen und 32 Punkte)

© 20th Century Fox

© 20th Century Fox

Platz 8: „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ von Ridley Scott

Wenn man stramm auf die 80 zugeht und trotzdem noch solch schwungvolle, spannende und brillant bebilderte Filme drehen kann wie „Der Marsianer“, dann hat man sich diesen Platz auf unserer Liste auch zu 100% verdient, Sir Ridley Scott! Das Sci-Fi-Survival-Drama des Altmeisters ist fast wie aus einem Guss und unterhält auf außerordentlich hohem Niveau – Spannung, Humor und starke Visuals gehen hier Hand in Hand und sorgen vielleicht endlich dafür, dass das britische Regie-Genie mit dem längst überfälligen Oscar geehrt wird. (Nachtrag vom 14.01.: Damn you, Academy!!!) Aber wie wir Sir Ridley kennen, hat er sicherlich noch so ein paar Kracher für die nächsten Jahre in petto. (10 Nennungen, 52 Punkte)

© Senator Filmverleih

© Senator Filmverleih

Platz 7: „Victoria“ von Sebastian Schipper

Das Unmögliche wurde möglich und das deutsche Kino hat damit seinen nächsten Meilenstein erhalten. „Victoria“ ist ein Geniestreich, ein Meisterwerk, ein Triumph auf ganzer Linie. Nie war Kino unmittelbarer, ehrlicher, präziser als in Sebastian Schippers One-Take-Wunderkind von einem Film. Nein, „Victoria“ ist kein „One-Trick-Pony“, „Victoria“ erschafft glaubwürdige Figuren, ein glaubwürdiges Szenario und eine Sogwirkung wie sie nur selten ein Film zustande bringt. Das Schauspiel von Laia Costa und Frederick Lau ist nicht von dieser Welt und obendrauf gibt’s dann noch den treibenden, pulsierenden, magischen Elektro-Score von Nils Frahm. Ein Titan von einem Film und Kino-Poesie, wie man sie nicht allzu oft erlebt – jetzt schon ein Klassiker auf alle Ewigkeit. Yes, we are richtig glücklich! (10 Nennungen, 68 Punkte)

© 20th Century Fox

© 20th Century Fox

Platz 6: „Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“ von Alejandro González Iñárritu

Mindestens 17 Meta-Ebenen, handwerkliche und schauspielerische Brillanz, Humor und Drama: „Birdman“ ist eigentlich rundum perfekt. Doch das bedeutungsschwere Werk zerbirst nicht unter seinem eigenen Gewicht, sondern vermag es leichtfüßig, die oben genannten Elemente genau richtig abzumischen und dabei alles zu einer ungemein unterhaltsamen und intelligenten Satire aufs Showbusiness zu vermengen. En passant streift der Film noch mehrere kleine und große Wahrheiten. Denn die liegen irgendwo zwischen oder inmitten der angestrebten Künstler-Transzendenz. Wie auch immer. Geniestreich. (11 Nennungen, 70 Punkte)

© 2015 Disney / Pixar

© 2015 Disney / Pixar

Platz 5: „Alles steht Kopf“ von Pete Docter (und Ronnie del Carmen)

Pixar hat endlich wieder zurück zu alter Stärke gefunden. Nach den für seine Verhältnisse etwas schwächeren Werken der letzten Zeit („Cars 2“, „Merida – Legende der Highlands“, „Die Monster Universität“) ist dem Animationsstudio aus Emeryville, Kalifornien nun mit „Alles steht Kopf“ endlich wieder ein rundum gelungener Film mit einer fantastischen Prämisse, tollen Figuren und einem starken emotionalen sowie intellektuellen Unterbau gelungen. Wenn man wissen will, wie man vernünftige Leinwandkonflikte erschafft und ein knackiges Drehbuch aus dem Hut zaubert, dann ist man bei „Alles steht Kopf“ an der richtigen Adresse – hier stimmt einfach alles. (11 Nennungen, 83 Punkte)

© Sony Pictures

© Sony Pictures

Platz 4: „Whiplash“ von Damien Chazelle

Wir haben heute noch Alpträume von J.K. Simmons Meisterleistung als geradezu psychopathischem Lehrmeister von Miles Teller in Damien Chazelles grandiosem Musiker-Drama. „Whiplash“ geht wirklich unter die Haut und ist – positiv gemeint – absolut unangenehm zu schauen. Ein intensives, fast schon brutales und dem Zuschauer alles abverlangendes Meisterstück, das vielleicht das beste Finale des Filmjahres zu bieten hatte. Kraftvolles, mitreißendes und forderndes Kino, das niemanden kalt lässt. (12 Nennungen, 83 Punkte)

© Universal Pictures

© Universal Pictures

Platz 3: „Ex Machina“ von Alex Garland

Vielen war er schon vor seinem exzellenten Regiedebüt „Ex Machina“ als Autor der (Horror-)Sci-Fi-Hits „28 Days Later“, „Sunshine“ und „Dredd“ ein Begriff, doch nun dürfte wirklich jeder gerafft haben, was für ein genialer Autor dieser Alex Garland ist. „Ex Machina“ ist ein mitunter nervenzerfetzendes Kammerspiel geworden, das alles beinhaltet, was den Regisseur/Autor auch bisher schon ausgezeichnet hat und seine Genre-Elemente sorgsam ausspielt. Perfekt bebildert, sauspannend, grandios gespielt und richtig fies. Dürfte bereits jetzt auf dem besten Weg zum Genre-Klassiker sein. (13 Nennungen, 86 Punkte)

© 2014 Lucasfilm Ltd. / Disney

© 2014 Lucasfilm Ltd. / Disney

Platz 2: „Star Wars – Das Erwachen der Macht“ von J.J. Abrams

Chewie, we’re home! Abrams, Kennedy, Kasdan und Arndt haben die geschundenen Seelen aller „Star Wars“-Fangirls und Fanboys dieser Welt geheilt. Okay, vielleicht nicht alle, aber das ist auch wurscht. Die Redaktion hat den siebten Teil der Saga jedenfalls mit insgesamt 15 Nennungen geadelt und dabei mehr als nur einmal die Höchstwertung gezückt. Dem Erbe wurde Tribut gezollt, die neuen Figuren faszinieren, John Williams rührt uns wieder einmal zu Tränen und wir steigen natürlich ein weiteres Mal in unser Lieblingsraumschiff corellianischer Bauart ein, um das Kessel-Rennen in unter 12 Parsecs zu schaffen. Die Macht ist erwacht und der Staffelstab wurde an die nächste Generation weitergereicht. Unsere liebste Space Fantasy ist wieder voll und ganz einsatzbereit! HRRRRRRR! HRRRRRRR! (15 Nennungen, 113 Punkte)

© Warner Bros.

© Warner Bros.

Platz 1: „Mad Max: Fury Road“ von George Miller

15 Nennungen, 121 Punkte: „Mad Max: Fury Road“ hat sich an die Spitze unserer Liste gekämpft und in den Augen vieler das Actiongenre um ein weiteres Meisterwerk und einen neuen Meilenstein bereichert. Maßgeblichen Anteil daran hat natürlich George Millers Action-Inszenierung, die in ihrer wahnwitzigen Form definitiv ihresgleichen sucht. Eine gnadenlos durchgezogene Vision in teilweise noch nie dagewesenen Bildern und mit einer Narration versehen, die man in dieser Art und Weise bei diesem Budget im Genre absolut nicht zu erwarten hatte. „Mad Max: Fury Road“ hat sich auch ohne Mel Gibson den ersten Platz in unserer WSM-Jahresbestenliste gekrallt. Maßgeblichen Anteil hat daran aber nicht nur der starke Tom Hardy, sondern auch und vor allem seine Mitstreiterin Charlize Theron, die als Imperator Furiosa die heimliche Heldin von Millers apokalyptischem Spektakel darstellt. Da bleibt uns auch eigentlich nicht mehr viel zu sagen, außer vielleicht: Witness us! Wir sehen uns in Walhalla. (15 Nennungen, 121 Punkte)

Insgesamt haben sich 21 von 26 Redakteuren an der Abstimmung beteiligt, 70 unterschiedliche Filme wurden genannt.

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