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Was macht eigentlich #6 Terry Gilliam

Sein letztes Projekt war wie schon viele andere seiner Projekte zuvor von Produktions-Problemen geplagt. Während den Dreharbeiten zu „Das Kabinett des Doktor Parnassus“ verstarb Hauptdarsteller Heath Ledger und Gilliam sah sich gezwungen die Story umzuschreiben, sodass die Rolle von Ledger im Endeffekt noch von drei weiteren Darstellern verkörpert wurde: Johnny Depp, Colin Farrell und Jude Law. Über drei Jahre ist das mittlerweile schon her und so langsam fragte ich mich, wann das kreative Genie mit Hang zu Skurrilität, Surrealismus und Übertreibung denn wieder ein neues Projekt am Start haben würde. Und es ist endlich wieder so weit. „The Zero Theorem“ soll das Werk heißen und kann mit einem namhaften Cast (Christoph Waltz, David Thewlis, Tilda Swinton, Mélanie Thierry, Ben Wishaw, Matt Damon) aufwarten.

Der Film könnte durchaus ein neues groteskes Mindfuck-Meisterwerk werden, liest sich die offizielle Story-Zusammenfassung doch bereits besonders absurd und interessant: ein exzentrisches Computer-Genie hat sich zur Aufgabe gemacht, ein für allemal die Gründe für die Existenz des menschlichen Lebens zu ergründen. Unterbrochen wird er bei seiner Arbeit an dieser (als mathematisches Problem namens Zero Theorem bekannten) Aufgabe vom Sohn seines Ausbilders „Management“ und einer verführerischen Frau. Klingt irr? Wird’s bestimmt auch. Viel irrer ist allerdings die Tatsache, dass Gilliam sein Herzensprojekt „The Man Who Killed Don Quijote“ immer noch nicht aufgegeben hat und sich aktuell angeblich wieder in der Pre-Production befindet. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Doch Gilliams Kumpel Johnny Depp scheint ihm aktuell einen gehörigen Strich durch diese Rechnung zu machen, denn dieser hat ganz eigene Pläne für eine filmische Umsetzung von Miguel de Cervantes‘ Roman. Zwei Drehbuchautoren hat er bereits mit dem Anfertigen eines Skripts beauftragt und mit Disney hat er auch ein Studio gefunden, das bereit wäre, das Projekt zu finanzieren. Was seit Depps Milliarden-Erfolgen mit „Fluch der Karibik“ auch nicht weiter verwunderlich ist, da diese Reihe ja bekanntermaßen zu Disney gehört. Wenn Depp „Don Quijote“ als Hollywood-Großproduktion in die Wege leiten wird, dann wäre es wahrscheinlich endgültig aus mit Gilliams Variante, da dieser es dann noch schwerer haben würde, potenzielle Produzenten für sein viel kleiner angelegtes Werk zu finden. 32 Millionen US-Dollar standen ihm 2000 für sein Projekt zur Verfügung, alleine dieses Budget wieder zusammenzukratzen dürfte für Gilliam eine schier unmögliche Aufgabe darstellen. Der Regisseur scheint darüber auch verständlicherweise leicht erzürnt zu sein. Bleibt uns als Filmfreunden also nur zu hoffen, dass die beiden Kreativen sich bald mal zusammensetzen und den Zwist so schnell es geht aus der Welt schaffen. Auf jeden Fall hat Gilliam wohl nach nunmehr zwölfjährigem Hin und Her die Bedeutung der Redewendung „gegen Windmühlen kämpfen“ voll und ganz verinnerlicht. Wenn er Don Quijote schon nicht verfilmen darf, dann darf er sich wenigstens so fühlen wie er. Ich kann mir aber auch weitaus Angenehmeres vorstellen… Aber wie heißt es doch so schön: die Hoffnung stirbt schließlich immer noch zuletzt!

Prognose:

The Zero Theorem“ (noch ohne dt. Starttermin): Die ersten Beschreibungen zu „The Zero Theorem“ klingen vielversprechend, sein Talent für absurd-groteske Sci-Fi-Stoffe hat Gilliam mit „12 Monkeys“ bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Sein exzentrischer Stil ist zwar mit Sicherheit nichts für jedermann, doch wenn die Story wirklich so verrückt wird, wie die Inhaltsangabe bereits verlauten lässt, dann bin ich auf jeden Fall dabei.


Autor: Markus Schu

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