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Was macht eigentlich #20 Neve Campbell

Schon bevor Neve Campbell in „Scream 4“ (2011) ihre Paraderolle als Sidney Prescott wieder aufnahm, welche sie Mitte der 1990er-Jahre zu einer Ikone des modernen Horrorfilms machte, hatte sie sich häufig abseits eines gewissen Mainstreams bewegt; auch seitdem hat man nicht mehr viel von ihr gehört. Doch was umtreibt filmisch gesehen die Frau, die in „Scream“ (1996), „Scream 2“ (1997), „Scream 3“ (2000) und eben „Scream 4“ half, die Konventionen des Slasher-Films und des „Final Girl“-Konzepts auf den Kopf zu stellen?

Der erste Teil der „Scream“-Reihe lässt sich zwar als Neve Campbells Durchbruch hin zu einem gewissen Bekanntheitsgrad hin bezeichnen, dem jedoch im Gegensatz zu vielen ihrer Mitstreiter niemals eine Entwicklung hin zu einer permanenten Präsenz innerhalb des Blockbuster-Formats und der Boulevardpresse folgte. Ob bewusst oder unbewusst sei dahingestellt, jedoch ist es vermutlich nicht die schlechteste Entscheidung, sich einem gewissen medialen Ausverkauf der eigenen Person zu entziehen. Der Großteil ihrer Filmografie lässt sich wohl eher dem Independent-Bereich zuordnen, sieht man von der „Scream“-Tetralogie und dem kurz nach deren ersten beiden Teilen entstandenen „Wild Things“ (1997) ab. Ihre Palette reichte dabei von Komödien wie „Ein Date zu dritt“ (1998), „Verrückt nach Corey“ (1998) oder „Kifferwahn“ (2005) über Mischformen in Gestalt von „Der Fall Mona“ (2000) oder „I Really Hate My Job“ (2007) hin zu Dramen und Thrillern, beispielsweise „Lost Junction“ (2003), „When Will I Be Loved“ (2004) oder „The Glass Man“ (2011). Auch in TV-Serien war sie immer wieder zu sehen, exemplarisch seien hier „Medium – Nichts bleibt verborgen“ (mit Patricia Arquette, drei Auftritte im Jahr 2007), „Der Seewolf“ (mit Sebastian Koch, zwei Auftritte im Jahr 2009) und „Grey’s Anatomy“ (zwei Auftritte im Jahr 2012) genannt.

Aktuelle Projekte ihrerseits sind der US-Fernsehfilm „An Amish Murder“ (2013) unter der Regie von Stephen Gyllenhaal (Vater von Jake und Maggie) sowie eine Rolle im sich in Vorproduktion befindlichen und programmatisch betitelten Biopic „Vivaldi“ an der Seite von Alfred Molina und Brian Cox. Trotz der Gerüchte um eine Erweiterung von „Scream“ zu einer TV-Serie ist ein möglicher „Scream 5“ nach wie vor nicht definitiv vom Tisch, zumal die Kritik „Scream 4“ in der Gesamtschau als eher positiv ansah. Unter der erneuten Regie von Altmeister Wes Craven wäre es eine wahre Freude, Neve Campbell nochmals in ihrer Paraderolle bewundern zu dürfen, damit es erneut heißen kann: „Don’t fuck with the original!“ („Scream 4“).

Autor: Jakob Larisch

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