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Was macht eigentlich #16 Rutger Hauer

Es ist still geworden um den weißhaarigen Replikanten aus „Blade Runner“ (1982), die wohl bekannteste Rolle von Rutger Hauer, der seinen letzten Achtungserfolg mit „Hobo with a Shotgun“ (2011) hatte, ein Film, welcher nach seinem Erscheinen in Deutschland postwendend indiziert wurde. Zwar folgten kleinere Rollen in „The Rite – Das Ritual“ (2011) mit Anthony Hopkins und völlig unerklärlicherweise in „Agent Ranjid rettet die Welt“ (2012) mit Kaya Yanar sowie ein Gastauftritt in der Serie „True Blood“ (2013), einen richtig großen Wurf als Hauptdarsteller feierte der mittlerweile 69-jährige Niederländer jedoch schon länger nicht mehr.

Bekannt geworden war Hauer seit den 1970er-Jahren in zahlreichen Filmen von Paul Verhoeven, welcher ihn 1973 neben Monique van de Ven als Protagonisten in „Türkische Früchte“ besetzte. Die Kollaboration setzte sich fort in „Das Mädchen Keetje Tippel“ (1975), „Der Soldat von Oranien“ (1977), „Spetters – Knallhart und romantisch“ (1980) sowie „Flesh and Blood“ (1985), der ersten US-Produktion von Verhoeven, welcher sich im selben Jahr mit Hauer zerstritt. Dieser hatte bereits 1975 in Großbritannien in „Die Wilby-Verschwörung“ mit Michael Caine und Sidney Poitier sein englischsprachiges Debüt gegeben, bevor ihm der Sylvester-Stallone-Film „Nachtfalken“ (1981) sowie insbesondere Ridley Scotts „Blade Runner“ zum internationalen Durchbruch verhalfen.

Im Laufe der 1908er- und 1990er-Jahre agierte Rutger Hauer nicht dauerhaft im öffentlichen Fokus und erschien darüber hinaus in einigen Fernsehfilmen. Bekanntere Werke seinerseits aus dieser Zeit sind „Hitcher, der Highway Killer“ (1986) sowie die deutsche Produktion „Knockin‘ on Heavens Door“ (1997) mit Til Schweiger und Jan Josef Liefers. Anfang der 2000er tauchte er in kleineren Rollen in „Confessions of a Dangerous Mind“ (2002), „Sin City“ (2005) und „Batman Begins“ (2005) auf, begann jedoch gleichzeitig, sich wieder auf den europäischen Markt zu konzentrieren.

Doch was nun? In Postproduktion befindet sich momentan ein portugiesischer Film namens „Real Playing Game“, in welchem Rutger Hauer die Hauptrolle spielen wird, auf US-amerikanischer Seite ist das Mutter-Theresa-Biopic „The Letters“ in Arbeit, in welchem neben Juliet Stevenson in der Hauptrolle auch Max von Sydow mit von der Partie sein wird. Weiterhin übernimmt Hauer eine Nebenrolle in „Drawing Home“, dem US-Debüt des deutschen Regisseurs Markus Rupprecht sowie gerüchteweise im Thriller „The Prodigal“, welche jedoch beide vermutlich eher als Produktionen abseits des Mainstream zu kennzeichnen sind. Mal schauen, ob der alte Herr des niederländischen Kinos nochmal die Chance seines Lebens bekommt…Ridley Scott scheint ja eine Fortsetzung von „Blade Runner“ zu planen und mit modernen Methoden (SPOILER, zum Lesen markieren:) kann man sicherlich auch zerstörte Replikanten wiederherstellen.

Autor: Jakob Larisch

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