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Was macht eigentlich #15 Asia Argento

© Pierrot Le Fou

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Einen hundertprozentigen Durchbruch hatte sie nie, wenn sie jedoch eines besitzt, dann ist das Ausstrahlung. Asia Argento, die Tochter des italienischen Giallo-Papstes Dario Argento, die es irgendwie schaffte, auf einmal in US-amerikanischen Blockbustern aufzutauchen: Einer Rolle in „xXx – Triple X“ (2002) an der Seite von Vin Diesel folgte ein Part in George A. Romeros „Land of the Dead“ (2005); nicht umsonst hatte Dario Argento 1978 die europäische Schnittfassung von Romeros „Zombie – Dawn of the Dead“ angefertigt. In den Filmen ihres Vaters, zu welchem sie trotz allem wohl keine wirklich gute Verbindung zu haben scheint, wirkte die brünette Schönheit übrigens sechs Mal mit: „Trauma“ (1993), „Das Stendhal Syndrom“ (1996), „Das Phantom der Oper“ (1998), „Sleepless“ (2001), „La terza madre“ (2007) und „Dracula“ (2012) waren innerfamiliäre Argento-Projekte. In US-Produktionen war sie darüber hinaus unter Gus Van Sant in „Last Days“ (2005) sowie in „Marie Antoinette“ (2006) neben Kirsten Dunst zu sehen.

Auch der etwas am Rande Hollywoods operierende Regisseur Abel Ferrara arbeitete in zwei Filmen mit Argento zusammen. „New Rose Hotel“ (1998) mit Willem Dafoe und Christopher Walken sowie der ebenfalls mit Dafoe verwirklichte „Go Go Tales“ (2007) waren zwei Ergebnisse der kreativen Kollaboration „Abel/Asia“, welche 1998 mit einem gleichnamigen Dokumentarkurzfilm bedacht wurde. Auch als Regisseurin ist die 1975 geborene Römerin mit der Vorliebe für das Zeigen viel nackter Haut bereits in Erscheinung getreten: Sowohl zu „Scarlet Diva“ (2000) als auch zu „The Heart is Deceitful Above All Things“ (2004) schrieb sie daneben noch das Drehbuch und besetzte die Hauptrolle. Hauptsächlich scheint sich Asia Argento eher auf den europäischen Independent-Markt zu konzentrieren, spielte jedoch auch hier bereits mit klangvollen Namen wie Dennis Hopper (in „The Keeper“, 2004), Michael Madsen (in „Boarding Gate“, 2007) oder Gérard Depardieu (in „Diamant 13“, 2009).

Erwartungsgemäß finden sich jede Menge italienische Filme in ihrer Vita, der skurrilste Titel ist hierbei sicherlich „Wasserball und Kommunismus“ (1989, Nanni Moretti). Doch was macht die Frau, die ihren Job einmal mit dem einer Prostituierten verglich, eigentlich aktuell? Mitten in der Schaffensphase befindet sich wohl die französische Romanze „Cadences obstinées“ (Fanny Ardant), im Cast ist erneut Gérard Depardieu sowie Ex-“Django“ Franco Nero. Darüber hinaus ist sie für das kanadische Drama „Regular Boy“ (Michele Civetta) angedacht, welches sich in der Vorproduktion befindet. Es bleibt zu hoffen, dass sie die künstlerisch anspruchsvollere Linie, welche sich filmisch durch ihr Leben zieht, nicht verlässt, auch wenn es sicher nett wäre, sie eines Tages nochmal in einem Blockbuster zu sehen. Vielleicht lässt George A. Romero sich ja davon überzeugen, einen siebten Teil seiner „Living Dead“-Reihe zu drehen…

Autor: Jakob Larisch

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