Ein Kommentar

Was macht eigentlich #13 Michael Ironside

Lang nichts mehr gehört vom alten Haudegen, dem kantigen Nebendarsteller, der in dieser Funktion vornehmlich in den 1980er- und 1990er-Jahren wirkte. Am bekanntesten vermutlich für seine Rollen in den Paul-Verhoeven-Filmen „Total Recall“ (1990) und insbesondere „Starship Troopers“ (1997) ist es in den letzten Jahren eher ruhig um den in wenigen Tagen 63 Jahre alt werdenden Kanadier geworden, der in seiner Karriere unter durchaus namhaften Regisseuren spielte, so zum Beispiel in „Scanners“ (1980, David Cronenberg), „Top Gun“ (1986, Tony Scott) oder „Ausgelöscht“ (1987, Walter Hill).

Dem geneigten Kenner des niederländischen Kinos bzw. dessen Ablegern dürfte Ironside insbesondere aus „Down“ (2001, Dick Maas) ein Begriff sein, welcher ein direktes Remake der Trashgranate „Fahrstuhl des Grauens“ (1983, ebenfalls Dick Maas) ist. Ausrutscher wie „Karate Kid IV – Die nächste Generation“ (1994, Christopher Cain) dürfen getrost vergessen werden, denn Ironside verfügt in der Tat gerade als zwielichtiger Charakter über eine durchaus im Gedächtnis haften bleibende Leinwandpräsenz. Jedoch finden sich im 20. Jahrhundert in seiner Vita lediglich drei namhaftere Filme, von denen man keinen wirklich mit ihm in Verbindung bringt, was nicht zuletzt an den alles überstrahlenden Hauptdarstellern der jeweiligen Streifen liegen mag. Eine Kleinstrolle in „X-Men: Erste Entscheidung“ (2011, Matthew Vaughn) folgte auf eine nicht ganz so kleine Rolle in „Terminator: Die Erlösung“ (2009, McG) und auf einen kurzen Part in „The Machinist“ (2004, Brad Anderson). Daneben zeigte sich Ironside in einigen US-Fernsehfilmen, immer wieder in Gastrollen bei TV-Serien wie „Desperate Housewives“ „Smallville“ oder „Criminal Minds“ sowie als Sprecher vom Computerspielen, beispielsweise in der „Splinter Cell“-Reihe oder „Command & Conquer 3: Tiberium Wars“.

Für die Zukunft ist scheinbar nicht viel geplant, vermutlich wird Ironside wieder in einigen TV-Engagements zu sehen sein. An Filmen stößt man eher auf Werke abseits des Mainstream, in der Post-Production befinden sich der Sci-Fi-Film „Synchronicity“ (Jacob Gentry, Regisseur der „My Super Psycho Sweet 16“-Teenie-Slasher-Trilogie) sowie das Drama „Stay“ der deutschen Regisseurin Wiebke von Carolsfeld. Weiterhin angedacht zu sein scheinen ein Thriller namens „He’s Been Hypnotized“ (Ivan Corona), bei welchem der Kanadier zum gegenwärtigen Zeitpunkt als das einzige Cast-Mitglied feststeht, sowie ein für 2014 vorgemerkter Streifen namens „Liberty“, aktuell noch ohne Regisseur. Es bleibt abzuwarten, ob sich Ironside weiterhin auf kleine Engagements beschränkt, oder ob man ihn irgendwann nochmal als elaborierten Fiesling unter der Regie von Paul Verhoeven bewundern kann.

Autor: Jakob Larisch

One Response to “Was macht eigentlich #13 Michael Ironside”

  1. 1
    admin Says:

    Und aus irgendeinem Grund verliert er immer wieder einen seiner Arme: Total Recall, Starship Troopers, The Machinist… :-)

    Cheers,
    David aka Batman

    P.S. gerade nochmal gecheckt, die IMDB listet 213! Titel in seiner Filmografie, Respekt.

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