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Tops und Flops 2013 – Die dritte Perspektive

Flops


2 Guns

Vorhersehbares und gezwungen komisches Actiongeplänkel ohne jegliches Ziel. Die Dramaturgie scheint hier aus dem Lehrbuch „Gib mir zwei Minuten, ich schreibe dir ein Drehbuch“ zu stammen und macht es möglich, die Plotpoints mit der Stoppuhr zu bestimmen.

Das ist das Ende

Man spürt deutlich, dass die Vorlage ein Kurzfilm war, der auf Spielfilmlänge aufgeblasen wurde und dadurch Handlungen so rar sind, wie die heiß ersehnten Auftritte von Emma Watson. Der Mittelteil von „Das ist das Ende“ findet leider kein Ende, bringt kaum Lacher und ruht sich mächtig auf die Wirkung seiner Leinwandlieblinge aus.

Elysium

Mit einem eindimensionalen Antagonisten, der als Schablone für den stereotypischen Nazi-Bösewicht herhalten könnte, und einer derart plakativen Kritik am Gesundheitssystem scheitert dieses halbherzige Machwerk zudem noch an fehlender Logik.

Der große Gatsby

Warum ist dieser Gatsby eigentlich so groß? Die Fallhöhe, die Gatsby als einziger zu haben scheint, bleibt dem Zuschauer zumindest geschickt verborgen. Opulente Bilder, Schnelllebigkeit, schillernde Kostüme und der eindringliche Wunsch, selbst ein Teil der Goldenen Zwanziger zu sein. Damit brilliert „Der große Gatsby“ von 2013. Das “große” Spektakel des Films besteht jedoch alleinig darin, in ihm eine Seele zu suchen.


Ich – Einfach unverbesserlich 2

Was im ersten Teil noch als naiver Sidekick auftrat und zum Renner avancierte, wurde nun bis zur buchstäblichen Unkenntlichkeit ausgeschlachtet: Die Minions. Ebenso verbraucht wirkt die Story, die durch ein träges Pacing dahin vegetiert. Allerdings ist die deutsche Synchronfassung der Figur Lucy – durch die Stimme von Martina Hill – ein charmanter und witzreicher Gegenpart zu Gru.

Man of Steel

Die erste Hälfte bemüht sich um den Entwurf eines neuen Clark Kent, dessen Charakterzeichnung zwar ein wenig überladen, aber durchaus reizvoll erscheint. Leider wird das mit der zweiten Hälfte vom Reißbrett gewischt und gegen einen Sinnlosen, überlangen Shootout eingetauscht. Superman ist zwar übermenschlich stark, jedoch auch unmenschlich plump, indem er halb Amerika in Schutt und Asche legt, um es vermeintlich zu retten.

World War Z

Wo „Krieg der Welten“ den Bezug auf die menschliche Natur und unsere Stellung auf der Erde interessant darstellte, scheitert „World War Z“ grandios. Ebenso schleichend, wie die Welt von der imposanten Zombieapokalypse aufgefressen wird, stirbt auch der Film mit ihr. Denn Brad Pitts banale und schlecht motivierte Figur kann den drohenden Untergang nur durch eine äußerst mechanisch wirkende Wendung abhalten – da waren die Autoren mit der Brechstange am Werk.

Tops

Machete Kills

Wer „Planet Terror“ mit einem Augenzwinkern genießen konnte und nach „Machete“ mit einem selbstironischen Schmunzeln den Kinosaal verlassen hat, der war in der absurd überzeichneten Fortsetzung ebenfalls gut aufgehoben. Weniger Logik, weniger Charakter, mehr Grindhouse! Ein Credo, was „Machete Kills“ mit Bravour erfüllt und dabei als Parodie auf sich selbst grandios funktioniert.

The Conjuring

Exorzismus, ein altes Haus und eine traumatische Backstory – klingt erstmal nach Horror-Klischee. Doch „The Conjuring“ schafft es trotz innovationsarmer Story und lauwarmem Ende die Spannung permanent oben zu halten. Eine Leistung, die Schauspielern und Kamera zu verdanken ist.

Django Unchained

Erneut kein „Pulp Fiction“-Niveau, aber Tarantino versteht sich, wie zuvor in „Inglourious Basterds“, auf außergewöhnlichen Humor, cross-kulturellen Genreverschmelzungen und exzellent abgepassten Suspense. Die Frage, ob die Ku-Klux-Klan-Szene notwendig war, ist irrelevant – sie war schlichtweg verdammt lustig!


Drecksau

Nicht so moralisch rigoros wie die Romanvorlage, doch immerhin nah dran. Grausam köstlicher Humor und ein überzeugender Twist zwingen dem Zuschauer eine tragische Sicht auf, die besonders wegen der Dialoge und alltäglichen Intrigen bemerkenswert kurzweilig ausfällt.

Feuchtgebiete

Was bei der Vorlage in provokante Perversion zu münden scheint, schafft der Film in eine angenehm sinnvolle Struktur zu bringen. Kein Meisterwerk, aber gerade wegen der Kontroverse eine Überraschung, bei der man sogar streckenweise mit der Hauptfigur mitleidet – nicht nur physisch, sondern auch mit ihrer Geschichte.

Iron Man 3

Auch wenn der dritte Akt viel von der Einzigartigkeit Iron Mans nimmt, da offenbar autonome Anzüge beinahe mächtiger sind als Tony Stark selbst, so macht es wieder einmal gewaltigen Spaß, ein Superheldenspektakel zu bewundern, bei dem die wahren Superkräfte Geld und ein smarter Kopf sind!

Les Misérables

Wenn man sich darauf einlassen kann, erwarten einen neben einem Emotionsbombardement ein solides Drehbuch und einige herausragende Schauspieldarbietungen. Und wenn man sich von Russell Crowes Gesang nicht abschrecken lässt, bekommt man ebenfalls einen der besten Soundtracks der letzten Jahre geliefert.

Rush

Nicht nur für Formel-1-Fans! Das Erzähltempo ist ebenso schnell wie die rasant in Szene gesetzten Rennfahrten und bringen den eskalierenden Konkurrenzkampf zweier Egozentriker bildgewaltig auf die Leinwand. Zudem besticht Daniel Brühl mit einer herausragenden Leistung, für die einige Trophäen in der Vitrine landen sollten.

Autor: David Daubitz

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