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Tops und Flops 2012 – Zweite Perspektive

Flop 5

5. The Amazing Spider-Man

Altbewährtes Konzept, geringfügige Neuerungen, einige nette Regieeinfälle. Aber auch: Langeweile, teilweise arg laue Effekte und ein wenig durchdachter Plot. Macht diesen Film dann alles in allem für mich zu einem der größten künstlerischen Flops des Kinojahres. Beim nächsten Mal will ich definitiv mehr Spidey-Ego-Sequenzen, die waren nämlich ziemlich nice.

4. Looper

Bei all den Vorschusslorbeeren konnte ich ja eigentlich nur enttäuscht werden. Der Zeitreise-Unsinn weiß meistens überhaupt nicht zu überzeugen, lediglich einige nette Ideen wie die optische Anpassung zwischen Gordon-Levitt und Willis wissen zu gefallen. Gerade gemessen an meinen enormen Erwartungen aber eine herbe Enttäuschung.

3. Battleship

Nach gelungenem Auftakt geht es leider stetig weiter bergab. Drei, vier gelungene Momente können nicht über den unpassenden und unfreiwillig komisch wirkenden Pathos hinwegtrösten. Ja, Rihanna hat einen großartigen Auftritt und die Meta-Referenz ist auch sehr lustig, aber mein Urteil bleibt vernichtend: „Battleship“ hätte ein Action-Spaß werden können, ist aber ein Rohrkrepierer geworden.

2. Snow White and the Huntsman

Hans Mähn, unpassender Lenseflare und unfreiwillige Komik: „Snow White” hatte sein Pulver bereits im Trailer verschossen und präsentierte uns dann als fertiges Endprodukt einen unausgegorenen Dark-Fantasy-Märchen-Streifen mit mieser deutscher Synchro und unpassenden Dialogen. Lediglich die nett anzusehenden Effekte und Frau Therons teilweise grandios-charmantes Over-Acting bewahren den Film davor, nicht den ersten Platz dieser Flop-Liste zu belegen. Stimmig ist in diesem Film aber leider überhaupt nichts. Also lieber nur den Trailer schauen, da hat man mehr davon.

1. Act of Valor

Ja, mein Highlight! Der Preis für das peinlichste und langweiligste Machwerk des Jahres 2012 geht an… „Act of Valor“! Was für eine Überraschung. Der blödsinnige Militär-Propaganda-Streifen kann weder durch seine Story, noch durch seine Action überzeugen. An diesem Film ist irgendwie alles mies gemacht und es gibt nur zwei gelungene Momente, in denen Kamera bzw. Schnitt mal einen Hauch von Kunst und Innovation versprühen. Summa summarum macht das dann vielleicht 1 Minute, die mich nicht verärgert hat. Kompliment.

Top 10

10. Prometheus

Ja, „Prometheus“ ist als Gesamtprodukt sicherlich nicht frei von Fehlern, was nicht nur beim Plot, sondern auch bei einigen fragwürdigen Designentscheidungen zutage tritt. Dennoch ist Ridley Scotts neuste Arbeit ein absolut sehenswerter Science-Fiction-Film geworden, bei dem zwar durchaus mehr drin gewesen wäre, aber der auch über weite Strecken großartige Unterhaltung bietet. Die epischen Bilder und dementsprechend vor allem die erste Viertelstunde rechtfertigen allein schon das Anschauen des Films. Und außerdem haben laut dem Androiden David große Dinge ja einen kleinen Ursprung. Vielleicht wird das Sequel dann ja noch überzeugender sein. Ich bin auf jeden Fall wieder dabei, wenn Sir Ridley eine erneute Mission ins Weltall startet. So viel ist sicher.

9. The Tall Man

Wie zuvor schon Aja und Gans folgte nun auch Laugier, der mit seinem denkwürdigen Horror-Meilenstein „Martyrs“ für Furore sorgte, dem Ruf über den großen Teich und liefert mit „The Tall Man“ zum Glück ein äußerst gehaltvolles und unglaublich stilsicher inszeniertes Mystery-Drama ab, das wie schon „Martyrs“ mit einer kontroversen Geschichte punktet und diesem auch thematisch im Kern in nichts nachsteht. Diesmal geht’s zwar  weniger drastisch zur Sache, allerdings nicht minder spannend und intensiv. Ein absolut gelungenes englisch-sprachiges Debüt des französischen Regisseurs, das zudem noch das kaum für möglich gehaltene schauspielerische Talent von Jessica Biel offenbart. In allen Belangen eine positive Überraschung.

8. Gefährten

Taschentücher bereithalten! Spielberg beweist einmal mehr, zu welcher Magie das Kino fähig ist, wenn man sich auf eben jene einlässt. Ein Pferd als Protagonist? Ja, das geht, das geht sogar sehr gut und das Beste daran: Spielberg schenkt uns ganz großes Kino, etwas, was in der letzten Zeit irgendwie viel zu selten in den Lichtspielhäusern anzutreffen ist. Stört euch nicht am Kitsch, lasst die Tränchen rollen: „Gefährten“ ist ein klassischer, emotionaler und wundervoller Film mit herausragenden Bildern und Regieeinfällen. Pathetisch, humanistisch und zutiefst bewegend.

7. Warrior

„Warrior“ ist bis zur Mitte hin ein überzeugendes, aber kein überragendes Sportdrama. Doch dann brennen sich die brutalen Matches und die kraftvollen Performances von Hardy und Edgerton so ins Gedächtnis ein, dass man sich der Dramatik des Geschehens kaum entziehen kann. Nebenbei rührt Nick Nolte als gebrochener, alter Mann zu Tränen. Ein Meilenstein des Genres.

6. Martha Marcy May Marlene

Die verschachtelte Erzählweise und die sich dadurch ergebenden Zeitsprünge fordern den Zuschauer und belohnen ihn mit einer eindrucksvollen Leistung von Elizabeth Olsen. Toller Schnitt, famose Bildsprache, gelungene Art des Erzählens: ein eindrucksvolles Regiedebüt.

5. Verblendung

Einer der seltenen Fälle in denen das Remake dem Original überlegen ist. Denkwürdige Performance von Rooney Mara, brillante Optik, absolute Hochspannung und eine kluge Regie. Und gerade auch von der Thematik her: ein echter Fincher.

4. The Dark Knight Rises

Anders als erwartet, aber dennoch brillant. Gewöhnungsbedürftig, aber mitreißend. Unbedingt der OV den Vorzug vor der deutschen Synchro geben. Filmzitat des Jahres: „You don’t owe these people any more. You’ve given them everything!“  „Not everything. Not Yet.“

3. Skyfall

Das größte Geschenk, das Mendes den Bond-Fans zum 50. Jubiläum des Franchises überhaupt machen konnte: klassische Bond-Action, die Raum bietet für alles, was man an der Reihe über die Jahre zu schätzen gelernt hat. Nach etwas zähem Einstieg nimmt der Film ab der Einführung des zweiten Bond-Girls und des Schurken gehörig an Fahrt auf. Was dann folgt, ist der Meta-Bond der Reihe: eine großartige Reflektion darüber, warum die Welt noch nicht genug von den Abenteuern des Doppelnull-Agenten hat. Und der überragende Box-Office-Erfolg gibt „Skyfall“ recht. „Jeder sollte ein Hobby haben.“ „Was ist Ihres?“ „Auferstehung.“ Auf die nächsten 50!

2. Moonrise Kingdom

Wer mit Wes Andersons Humor auch nur irgendetwas anfangen kann, der darf sich auch sein neues Werk nicht entgehen lassen. Tolle Charaktere, wundervolle Ideen und skurriler Witz. Ein berührendes und humorvolles Meisterwerk, gewürzt mit herrlich-absurder Komik. Ein wundervoller Film, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

1. Drive

Wenn ein Film so gekonnt mit Elementen des Car-Chase Movies spielt, eine solch ausgeklügelte Regie an den Tag legt, mit einem derartigen Hammer-Soundtrack aufwartet und einen so nuanciert spielenden Ryan Gosling in Höchstform präsentiert, dann hat sich dieser Film den ersten Platz in meinem Ranking hoch verdient. Alles passt in diesem Film, alles ist unglaublich durchdacht inszeniert und auch die Action und die Brutalität fügen sich zu einem perfekten Ganzen. „Drive“ ist ein ganz großer Film und bereits jetzt schon ein Klassiker. Und wie adelt die Academy Klassiker? Richtig, mit einer Oscarnominierung für den besten Tonschnitt. Das werde ich euch nie verzeihen.

Autor: Markus Schu

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