Einen Kommentar hinterlassen

Rush – Alles für den Sieg (2013)

Ron Howards Porträt über die legendäre Rivalität der beiden Rennfahrerheroen James Hunt und Niki Lauda ist ganz großes Kino, Marke Hollywood. Darstellerleistungen, Inszenierung, Musik und Drehbuch pendeln sich allesamt auf äußerst hohem (Mainstream-)Niveau ein und wissen über fast zwei Stunden hinweg glänzend zu unterhalten. Dabei gelingt Regie-Chamäleon Howard, der sich bereits in diversen Genres als exzellenter Handwerker und Geschichtenerzähler bewies, eine höchst interessante Charakterstudie über zwei von Ehrgeiz getriebene und von Selbstzweifeln geplagte Sportler, die fast perfekt die Balance zwischen Drama und Adrenalin treibenden Asphaltschlachten hält. Es gestaltet sich als schwierig, dem famos bebilderten und großartig geschnittenen Film überhaupt etwas vorzuwerfen, doch seien an dieser Stelle Hans Zimmers ein ums andere Mal vielleicht etwas zu pathetischer Score, die manchmal allzu offensichtliche und daher negativ ins Auge fallende digitale Nachbearbeitung durch diverse Farbfilter und Peter Morgans teilweise arg konventionelles Drehbuch leiser Kritik ausgesetzt. Natürlich ist das im Endeffekt Meckern auf allerhöchstem Niveau, doch der Plot wird an einigen Stellen zu sehr nach altbewährten Mustern abgespult und gerät dabei in seiner Erzählweise auch an manchen Stellen zu plakativ. Subtilität wurde allerdings bei der Darstellung des Verhaltens der Kontrahenten zueinander gewahrt: der gegenseitige Respekt, den Hunt und Lauda füreinander empfinden, erschließt sich nämlich erst zwischen den Zeilen. Kraftvolles und ungemein spannendes Unterhaltungskino, das unter anderem von der meisterlichen Performance Daniel Brühls als Niki Lauda getragen wird. Kongeniale Unterstützung erhält dieser allerdings vom fantastisch aufspielenden Chris Hemsworth, der sich hier nun endlich auch als ernstzunehmender Charakterdarsteller fernab vom Blockbustertrubel empfiehlt. Olivia Wilde und Alexandra Maria Lara müssen sich zwar mit Nebenrollen begnügen, machen jedoch beide das Beste aus ihrer jeweiligen Screentime, wobei die deutsche Darstellerin die eindringlicheren Szenen spendiert bekommt.

Fazit:

Ein faszinierendes Charakterstück über zwei selbstzerstörerische Unsympathen, welches durch das erstklassige Spiel von Brühl und Hemsworth, sowie durch den fein ausgearbeiteten Facettenreichtum der Hauptfiguren doch noch die emotionale Brücke zum Zuschauer schlägt und ein mitreißendes und zutiefst menschliches Porträt zweier getriebener Seelen präsentiert. Die exzellente Kameraführung und das nicht minder brillante Editing machen den Film zudem zum formalen Hochgenuss.

Autor: Markus Schu

Leave a Reply