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Random Movie Wisdom #26 Language, please!

Die Random-Movie-Wisdom-Reihe gibt sich wieder die Ehre und auch der Kampf um den Titel des Trivial Movie Mastermind geht in eine neue Runde. Die Fragen findet ihr wie immer am Ende des Artikels. Runde sechsundzwanzig:

© Ascot Elite Home Entertainment

© Ascot Elite Home Entertainment

– „Sean Bean dies in every movie“ lautet ein Gesetz unter Cineasten und tatsächlich ist Sean Bean bisher 25 Mal in Film- oder Serienauftritten gestorben. Damit befindet er sich in der ewigen Rangliste jedoch nur auf Platz 4: Charaktere von John Hurt, (43) Bela Lugosi (36) und Vincent Price (34) sind bislang häufiger gestorben.

– Mit „One does not simply walk into Mordor“ hat Sean Bean es darüber hinaus auch in die Welt der Internet-Memes geschafft und es ist neben „My Precious“ eines der denkwürdigsten Zitate aus „Der Herr der Ringe“. Laut der AFI-Liste „100 Years… 100 Movie Quotes“ ist das legendärste Zitat aller Zeiten allerdings aus „Vom Winde verweht“ und lautet „Frankly my dear, I don’t give a damn“, was in der deutschen Fassung mit „Offen gesagt, pfeif’ ich drauf“ übersetzt wurde. Naja…

– Auch bei Filmtiteln haben wir Deutschen nicht unbedingt immer das glücklichste Händchen. Das fängt damit an, dass uns der Verleih für doof hält und meint, alles Wort für Wort übersetzen zu müssen. So beispielsweise ziemlich jeder James-Bond-Film oder auch die Tagline zum vierten „Fast & Furious“-Film: „New Model. Original Parts“, welche im Deutschen mit in den Filmtitel übernommen wurde: „Fast & Furious – Neues Modell. Originalteile.“

© Constantin Film Home Entertainment

© Constantin Film Home Entertainment

– Was bei der Zielgruppe von „Fast & Furious“ unabdingbar ist, nimmt bei John Carpenters „Escape from New York“ allerdings verdummende Dimensionen an: Dieser heißt im Deutschen „Die Klapperschlange“ und soll vermutlich auf Kurt Russells Tattoo anspielen. Dumm nur, dass es sich bei dem Tier um eine Kobra handelt.

– Am spannendsten wird es aber, wenn englische Originaltitel in Deutschland durch neue englische Titel ersetzt werden: „Taken“ wird zu „96 Hours“, „Cradle to Grave“ zu „Born 2 Die“, „What Planet are you from?“ zu „Good Vibrations – Sex vom anderen Stern“ und die Serie „My Wife and Kids“ zu „What’s Up, Dad?“. Dann sollen doch lieber kreative Köpfe an den Tisch und das 1960er-Original von „Ocean’s Eleven“ zu „Frankie und die Spießgesellen“ umdichten. Dem Umstand, dass Frank Sinatra die Hauptrolle spielt, haben wir dieses Meisterwerk der Titelkunst zu verdanken.

– Von diesem erschien 2001 ein Remake von Steven Soderbergh und der Umstand, dass aktuell ein All-female-„Oceans“ in der Planung ist, steht ein wenig dafür, warum Remakes hier zuweilen recht kritisch gesehen werden. Dabei haben viele Meister und Großmeister selbst Remakes gedreht: Regie-VS-Gewinner Martin Scorsese konnte sogar seinen ersten Oscar mit „The Departed“ – einem Remake von „Infernal Affairs“ – gewinnen. Doch auch Carpenter („Das Ding aus einer anderen Welt“ – 1981 vs. 1951), John Sturges („Die glorreichen Sieben“ – „Die Sieben Samurai“), Sergio Leone („Für eine Handvoll Dollar“ – „Yojimbo“), Brian De Palma („Scarface“ – 1983 vs. 1932) und viele andere Meister fertigten Remakes an. Sogar Alfred Hitchcock – dieser widmete sich jedoch nicht dem Stoff eines anderen Regisseurs, sondern remakte seinen eigenen Film: „Der Mann, der zu viel wusste“ (1934 vs. 1956)

– Im Remake von letzterem spielte neben James Stewart als der Titelfigur Doris Day die zweite Hauptrolle. Diese war zu jener Zeit eher als Sängerin populär, weswegen vertraglich festgelegt wurde, dass sie im Rahmen der Handlung ein Lied singen musste. Dies mündete in zwei langen Szenen, in welchen sie den eigens für den Film komponierten Song „Que Sera, Sera“ zum Besten gibt, der nicht nur einen Oscar gewann, sondern immens populär wurde, so dass sie ihn auch in zwei weiteren Filmen, „Meisterschaft im Seitensprung“ (1960) und „Spion in Spitzenhöschen“ (1966) sang.

– Beides sind ebenfalls brillante Beispiele für deutsche Übersetzungen US-amerikanischer Filmtitel: „Meisterschaft im Seitensprung“ hieß eigentlich „Please Don’t Eat the Daisies“, „Spion in Spitzenhöschen“ trug den Originaltitel „The Glass Bottom Boat“.

1. Neben Alfred Hitchcock gibt es noch weitere Regisseure, die ihren eigenen Film remakten. Nennt Regisseur und Filmtitel!
2. Nennt Filme, in denen Sean Bean nicht stirbt. Achtet (aus Spoilergründen) darauf, dass diese von vor 2010 sind und (für die ganz Ausgefuchsten), dass Sean Bean auch mitspielt.

Autoren: Torsten Stenske und Jakob Larisch

One Response to “Random Movie Wisdom #26 Language, please!”

  1. 1
    L.A. Says:

    Schön, dass es mal wieder ein Random Movie Wisdom gibt!
    Das Thema „deutsche Filmtitel“ wird uns wahrscheinlich bis in alle Ewigkeit begleiten, der nächste Captain America Film soll jetzt „The First Avenger: Civil War“ heißen… Ein weiteres Highlight bleibt aber „Jessy – Die Treppe in den Tod“ (OT: Black Christmas).

    1. Da fallen mir spontan Takashi Shimizu (The Grudge) und Michael Haneke (Funny Games) ein.
    2. Silent Hill und Ronin.

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