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Random Movie Wisdom #23 Hitchcock-Special: Der Altmeister schlägt zurück

Die Random Movie Wisdom Reihe gibt sich wieder die Ehre und auch der Kampf um den Titel des Trivial Movie Mastermind geht in eine neue Runde. Die Fragen findet ihr wie immer am Ende des Artikels. Runde dreiundzwanzig: -Ding-

– „Der unsichtbare Dritte“ (1959) enthält einen der berühmtesten Filmfehler der Filmgeschichte. Schon bevor Eve (Eva Marie Saint) im Diner am Mount Rushmore den überraschenden Schuss auf Roger Thornhill (Cary Grant) abfeuert, kann man im Hintergrund einen bereits die ganze Zeit verstohlen zu den beiden Darstellern schielenden Jungen sehen, der sich plötzlich ohne erkennbaren Grund die Ohren zuhält. Vermutlich wurden zuvor bereits einige Takes gedreht, so dass der Junge von dem bevorstehenden Knall wusste und sich daher dazu entschloss, präventiv zu handeln.

– Auch wenn Janet Leigh keine Probleme hatte, die berühmte Duschszene aus „Psycho“ (1960) zu drehen, wurde ihr bei Sichtung des Films bewusst, wie verletzbar eine Frau unter der Dusche ist. Gegen Ende ihres Lebens nahm sie deshalb ausschließlich Bäder.

– Als Urheber des so genannten „Vertigo-Effekts“ (Rückwärtszoom bei gleichzeitiger Vorwährtsfahrt der Kamera) gilt Irmin Roberts, der Kameramann der Second Unit von „Vertigo – Aus dem Reich der Toten“ (1958). Die entsprechende Szene des Blicks von James Stewart die Treppe des Missionsturms hinunter kostete 19.000 $ für lediglich ein paar Sekunden Spielzeit.

– „Die Vögel“ (1963) endet nicht mit dem üblichen „THE END“, da Hitchcock den Eindruck eines niemals endenden Terrors erwecken wollte.

– Bevor Robert Donat und Madeleine Carroll eine zentrale Szene für „Die 39 Stufen“ (1935) drehten, in welcher sie mit Handschellen aneinander gefesselt durch die Landschaft laufen mussten, kettete Hitchcock sie tatsächlich zusammen und gab für mehrere Stunden vor, den Schlüssel verloren zu haben, um sie in die richtige Stimmung für eine derartige Situation zu bringen.

– Laut den Zensurbestimmungen des bis 1967 gültigen „Production Codes“ in den USA durfte ein Kuss innerhalb eines Films nicht länger als drei Sekunden dauern. Alfred Hitchcock umging diese Regelung in der dreiminütigen Kusssequenz von „Berüchtigt“ (1946), indem er Cary Grant und Ingrid Bergman sich zwar unaufhörlich küssen ließ, jedoch etwa alle drei Sekunden ein Dialogfragment einschob, wodurch die einzelnen „Kussbestandteile“ die Zensurauflagen erfüllten.

– Während des Drehs zu „Vertigo“ (1958) erzählte Alfred Hitchcock seinem Hauptdarsteller James Stewart Teile des Plots seines nächsten Projekts „Der unsichtbare Dritte“ (1959). Letzterer ging automatisch davon aus, dass er auch in diesem Film die Hauptrolle spielen würde, Hitchcock wollte jedoch Cary Grant und konnte, als er das Missverständnis realisierte, Stewart nicht absagen, ohne eine erhebliche Enttäuschung auf dessen Seite zu riskieren. Somit zögerte der Regisseur die Produktion von „Der unsichtbare Dritte“ soweit hinaus, bis Stewart bei Otto Premingers „Anatomie eines Mordes“ (1959) unter Vertrag stand und Hitchcock ihm „offiziell“ die Hauptrolle anbieten konnte. Stewart war dadurch gezwungen abzusagen, was den Weg für die Verpflichtung von Cary Grant freimachte.

– In der Szene, in der Manny (Henry Fonda) in „Der falsche Mann“ (1956) in Haft genommen wird, kann man einen der Gefängnisinsassen rufen hören: „What’d they get ya for, Henry?“. Die Szene wurde in einem echten Gefängnis und daher mit echten Gefangenen gedreht, die ihren prominenten Gast erkannten.

– Vielen der marokkanischen Komparsen wurde vor dem Dreh von „Der Mann, der zuviel wusste“ (1956) fälschlicherweise mitgeteilt, dass sie nur bezahlt würden, wenn sie im fertigen Film tatsächlich zu sehen waren. Dies führte während der Dreharbeiten vielerorts zu einem häufigem Gedränge und Geschubse, um als Statist möglichst nah vor die Kamera zu gelangen, bis die Crew ihnen erklärte, dass sie ihre Bezahlung unabhängig von ihrer tatsächlichen Leinwandpräsenz erhielten.

– „Das Fenster zum Hof“ (1954) ist der einzige Film, in welchem Grace Kelly mit einer Zigarette zu sehen ist, da sie es bis auf diese Ausnahme ablehnte, in Filmen zu rauchen.

Trivial Movie Mastermind

1. Mehrere Filme Hitchcocks haben eine (oder mehrere) Fortsetzungen erhalten. Nennt die Originalfilme, die Fortsetzungen und deren Regisseure.

2. Alfred Hitchcock wurde unter anderem dafür bekannt, in jedem seiner Filme einen Cameo-Auftritt zu absolvieren. Bei drei Filmen seiner US-amerikanischen Schaffensphase (ab „Rebecca“ von 1940) verzichtete er darauf, fand jedoch Wege, sie indirekt einzubringen. Nennt die Filme, die Gründe, warum Hitchcock die Cameos nicht ausführte und die Alternativen, die er entwickelte.

3. Mehrere Schauspieler tauchten wiederholt in Hauptrollen bei Alfred Hitchcock auf, teils sogar nebeneinander. Insbesondere drei Größen des „Classical Hollywood“, die in der Summe neun Filme mit dem Regie-Altmeister realisierten, sind hierbei zentral. Welche drei Schauspieler und welche neun Filme sind gemeint, welche Paarung stand dabei jedoch nie gemeinsam vor der Kamera?

Autor: Jakob Larisch

2 Responses to “Random Movie Wisdom #23 Hitchcock-Special: Der Altmeister schlägt zurück”

  1. 1
    David Spade Says:

    1) Psycho hat, glaube ich 3 Fortsetzungen. Bei einer davon war Anthony Perkins selbst der Regisseur (Psycho 3) -> ich nehme mal an Remakes zählen nicht, ansonsten gibt’s natürlich das von Gus van Sant.
    Von „Die Vögel“ gabs auch eine Fortsetzung : Lands End hieß die.
    Regisseur keine Ahnung.

    Ansonsten Brett vorm Kopf.

    2) Ähm also bei Lifeboat hat er keinen direkten Cameo, aufgrund des engen Settings (spielt nur in einem Rettungsboot), er ist aber in einer Zeitung zu sehen -> Werbung für Fettreduktionspillen. -> falls jetzt das mit indirektem Cameo gemeint ist.
    Bei „Rope“ ist es auch aufgrund des Settings bedingt – keine Schnitte usw. und spielt nur in einem Appartement. Da fällt mir aber ehrlich gesagt nicht ein, wo er da ein Cameo hat.
    Bei „Dial M For Murder“ ist er auf einem (Klassentreffen?)-Foto zu sehen. Der Grund ist hier der gleiche. Das Setting ist begrenzt, so dass ein Cameo von ihm, wo er einfach nur „vorbeihuscht“ nicht so leicht gewährleistet werden konnte.

    3)
    DIe Frage ist was mit Classical Hollywood gemeint ist, aber ich probier’s mal:

    James Stewart: The man who knew too much, Rope, Vertigo, Rear Window
    Cary Grant: To Catch a Thief, North by Northwest, Notorious

    Dritte person ist schwierig, aber wenn’s darum geht, dass eine Paarung nicht zu stande kommt, nehme ich mal:

    Grace Kelly: Rear Window, To Catch a thief, Dial M for Murder.
    Dementsprechend standen Cary Grant und Jimmy Stewart nie gemeinsam vor der Kamera

    Ansonten Ingrid Bergman?

  2. 2
    JerryTom Says:

    Hopsa, da scheint der Hitchcock-Fanboy zu sprechen… ;)

    Zu 1: „Psycho“ ist korrekt, drei Fortsetzungen, Teil II von 1983, Teil III von 1986 und Teil IV („The Beginning“) von 1990.
    „The Birds II: Land’s End“ (1994) ist von Rick Rosenthal, seines Zeichens Regisseur von „Halloween 2″ (1981).

    Das war’s in der Tat… :)

    Zu 2: „Lifeboat“ (1944), alles richtig und ja, genau so etwas meinte ich mit indirektem Cameo.
    „Rope“ (1948) ist leider falsch, in der Eröffnungssequenz geht der Meister die Straße hinunter.
    „Dial M for Murder“ (1954) ist ebenfalls richtig, samt Begründung und Alternative.

    Bleibt noch einer!

    Zu 3: Mit „Classical Hollywood“ wird ja nach David Bordwell im Allgemeinen die Zeit zwischen 1917 und 1960 bezeichnet, ich bezog mich auf die 30er- bis 60er-Jahre; letztlich fällt meines Erachtens eigentlich Hitchcocks gesamtes US-amerikaisches Schaffen in diese Phase, auch wenn er sich ja den Konventionen immer ein Stück weit verweigert hat.

    Aber zur Frage: Die drei Schauspieler sind korrekt, ebenso wie die dazugehörigen Filme und zumindest bei Hitchcock haben Stewart und Grant nie gemeinsam gearbeitet.
    Bei den Filme fehlt aber einer! In deiner Antwort zähle ich:
    1. „Notorious“ (Berüchtigt, 1946)
    2. „Rope“ (Cocktail für eine Leiche, 1948)
    3. „Dial M for Murder“ (Bei Anruf Mord, 1954)
    4. „Rear Window“ (Das Fenster zum Hof, 1954)
    5. „To Catch a Thief“ (Über den Dächern von Nizza, 1955)
    6. „The Man who knew too much“ (Der Mann, der zu viel wusste, 1956)
    7. „Vertigo“ (Vertigo, 1958)
    8. „North by Northwest“ (Der unsichtbare Dritte, 1959)

    Einer geht noch! ;)

    Ingrid Bergman hat, wie Grace Kelly, drei Filme mit Hitchcock gemacht („Spellbound“, „Notorious“, „Under Capricorn“), jedoch mit Grant nur „Notorious“ und mit Stewart nichts.
    Da die Paarung Grant/Stewart schon gelöst ist, ist die gute Frau Bergman zwar eine gute Idee, allerdings nicht die, die ich im Sinn hatte (auch wenn die Frage zugegebenermaßen sehr offen gestellt ist). ;)

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