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Rambo I-III (1982, 1985, 1988) 4K-UHD-Blu-ray-Kritik

© STUDIOCANAL

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Nun hat also auch die Rambo-Trilogie ein neues Face-Lifting erhalten und ist ab sofort in einer 4K-Version fürs Heimkino zu erwerben. Die Frage ist: Lohnt sich das Update?

Was das Bild angeht, auf jeden Fall! Kristallklar ballert sich die 80er-Actionikone über die heimischen Fernsehgeräte und lässt die Filme wirken, als wären sie erst in kürzlich vergangenen Jahren erschienen. Beim Ton hätte man aber durchaus mehr Arbeit investieren können. Sowohl der englische O-Ton als auch die deutsche Synchronfassung sind lediglich in 5.1 abspielbar, eine Dolby-Atmos-Überarbeitung wäre hier sicherlich auch möglich gewesen. Aber nun zu den Filmen an sich:

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„Rambo“ (1982):
Der ehemalige Special-Forces-Kämpfer John Rambo (Sylvester Stallone) kehrt sichtlich gezeichnet aus dem Vietnamkrieg zurück und muss erfahren, dass alle seine ehemaligen Kameraden bereits verstorben sind. Enttäuscht versucht er, in einer Kleinstadt etwas Ruhe zu finden, doch muss zu seinem Entsetzen feststellen, dass er hier nicht willkommen ist. Sheriff Teasle (Brian Dennehy) nimmt ihn in Gewahrsam. Im Bezirksgefängnis wird Rambo physisch misshandelt, was traumatische Kriegserinnerungen in ihm hervorruft. Er flieht aus dem Revier und sucht im Wald Unterschlupf vor der lokalen Polizei. Ein neuer Kampf entfacht und Rambo wird vom Gejagten zum Jäger.

Obwohl der erste Teil eine simple Prämisse hat, steckt in dem Streifen doch überraschend viel Tiefe und auch Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen. Die Kritik am Vietnamkrieg als solchem und der schwere Weg zurück für die heimgekehrten Soldaten sind neben der Action die prägenden Themen dieses Klassikers. Ein emotionaler Zusammenbruch Rambos am Ende inszeniert diese Thematik außerordentlich gut. Der erste „Rambo“ Film ist und bleibt ein Action-Klassiker, der vor allem in der 4K-Version auch heute noch Eindruck schindet.

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„Rambo II – Der Auftrag“ (1985):
Während Rambo aufgrund seiner Taten im ersten Film seine Zeit im Gefängnis absitzt, bekommt er die Chance auf eine vorzeitige Freilassung, doch dazu muss er eine Mission durchführen. Sein ehemaliger Colonel Trautman (Richard Crenna) überzeugt ihn von dem Auftrag, in vietnamesischer Gefangenschaft verbliebene US-Soldaten zu befreien. Die Mission entpuppt sich jedoch als reine Farce, da der operierende Marshall Murdock (Charles Napier) gar nicht an der Befreiung der gefangenen US-Soldaten interessiert ist, wodurch er Rambos Zorn auf sich zieht.

„Rambo II“ versucht vieles ähnlich wie der erste Film zu machen, jedoch mit deutlich mehr Action. Zwar ist auch hier die Kritik am Umgang mit ehemaligen US-Soldaten noch immer zugegen, jedoch längst nicht mehr so ausgeprägt wie im ersten Teil. Ebenso erhält Rambo hier in Co Bao (Julia Nickson-Soul) einen weiblichen Sidekick. Nickson-Soul verpasst es aber, eine charismatische Performance zu bieten und jegliche erotische Annäherungen wirken eher ungewollt komisch. Nichtsdestotrotz ist „Rambo II“ noch immer ein gelungener Actionfilm, der dem Zuschauer am Ende einmal mehr eine ausdrucksstarke Botschaft mit auf den Weg gibt. „I want my country to love me in the same way that i love my country.“

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„Rambo III“ (1988):
Nach den gewaltsamen Ereignissen der Vergangenheit hat sich Rambo in ein thailändisches Kloster zurückgezogen. Doch als sein Vertrauter Colonel Trautman in Afghanistan in sowjetische Gefangenschaft  gerät, setzt Rambo alles daran, seinen einzig verbliebenen Freund zu retten.

Der große Unterschied zwischen „Rambo III“ und seinen Vorgängern ist äußerst wichtig: Das dritte Kapitel lässt nahezu jede Kriegskritik auf der Fußmatte liegen und fokussiert sich nur noch auf die reine Action, was den ganzen Film etwas platt erscheinen lässt. Eine Szene versucht sogar, den Kriegseinsatz der amerikanischen Truppen zu rechtfertigen. Die Action als solches ist noch immer gut inszeniert und Stallone spielt den wortkargen Supersoldaten charismatisch wie immer. Vor allem die Chemie zwischen ihm und Trautman zählt zu den besseren Aspekten des Films. Was bleibt, ist einer der besten Dialoge der Filmgeschichte: „What does the blue light do?“ – „It turns blue.“

Autor: Oliver Drautzburg

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