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Planet der Affen: Revolution (2014) Review

© 20th Century Fox Home Entertainment

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Zehn Jahre ist es nun her, dass ein von der Stadt San Francisco ausgehendes Virus nahezu die gesamte Menschheit ausgelöscht hat. Regierungen sind nur noch ein Relikt aus vergangenen Tagen. Die letzten Überlebenden der einst glorreichen Metropole rotten sich in den Ruinen der Hochhäuser zusammen und versuchen, ihre Existenz zu sichern, was sich in Anbetracht der Ressourcenknappheit als nahezu unmöglich erweist. Ihre Hoffnung ruht auf einem Staudamm im nahegelegenen Wald. Doch seit den Ereignissen auf der Golden Gate Bridge ist dieser fest in der Hand eines sehr großen Rudels intelligenter Affen, welche ihrem Anführer Caesar treu ergeben sind.

Mit „Planet der Affen: Prevolution“ ist 20th Century Fox ein grandioses Reboot der erfolgreichen Planet-der-Affen-Reihe gelungen. Schon damals wurde der Beweis erbracht, dass ein Neustart einer Reihe nicht immer schlecht sein muss. Den Filmemachern gelang es, um die Eckpfeiler der alten Reihe eine gänzlich neue Geschichte zu erzählen, welche eine neue Perspektive bezüglich des Konflikts zwischen Mensch und Affe aufzuzeigen, ohne sich jedoch zu sehr vom Original zu entfernen. Da ist es eigentlich auch nicht verwunderlich, dass die Macher es mit der Fortsetzung „Planet der Affen: Revolution“ schafften, etwas gänzlich neues zu entwickeln, ohne sich allzu sehr vom Vorgänger zu entfernen. Der Zuschauer befindet sich nun in einer postapokalyptischen Welt, in der die Natur gerade dabei ist, wieder die Herrschaft zu erlangen. In grandios inszenierten Bildern wird die wiederaufkommende Dominanz der Pflanzen in der Stadt aufgezeigt, während die von Menschenhand erschaffenen Gebäude vor sich hin rosten. Hierbei ist eine Detailverliebtheit zu erkennen, die sich keineswegs vor den atemberaubenden Bildern von „I am Legend“ verstecken muss.

Darüber hinaus ist die Animation der Affen besonders gut gelungen. Mit ihrer physischen Präsenz sind sie ihren menschlichen Konterparten weit überlegen und nehmen auch von der Screen Time die meiste Zeit ein. Das hat zur Folge, dass selbst renommierte Schauspieler wie etwa Gary Oldman nicht so oft zu sehen sind, wie es der Trailer vermuten lässt. Doch nach einer kurzen Phase gewöhnt man sich daran, hauptsächlich animierte Charaktere in einem regulären Spielfilm zu sehen. Das ist natürlich auch ein Verdienst der Motion-Capture-Technologie, welche für die Mimik der animierten Affen eingesetzt wurde. Hierzu spielen reguläre Schauspieler die Szenen der Affen in einem Ganzkörperanzug, hinterher werden dann mit der Hilfe des Computers Affen aus den Schauspielern. Und den herausragenden Leistungen der Schauspieler ist es zu verdanken, dass dieser Vorgang so gut gelingt. In diesem Zusammenhang wird gerne Andy Serkis als der Pionier dieser Schauspielkunst erwähnt, welcher seinen Job mal wieder überragend erledigt, jedoch muss sich keiner der anderen Affen-Darsteller hinter ihm verstecken. Besonders Toby Kebbell in seiner Rolle als ehemaliger Laboraffe Koba erweist sich als ebenbürtig.

© 20th Century Fox Home Entertainment

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Storytechnisch weiß der Film mit seinen kritischen Untertönen zu überzeugen, welche teilweise recht subtil präsentiert werden, wodurch sie noch einprägsamer werden. Die Grundidee des Filmes bietet auch reichlich Potenzial für etwaige Botschaften. Durch die passive Haltung als Beobachter des Konfliktes zwischen Menschen und Affen bleibt dem Zuschauer auch etwas Zeit, einiges zu reflektieren, beispielsweise dass Gewalt zu Hass führt und dass die Gefahr nicht immer nur im Unbekannten, sondern auch im Bekannten lauert. Auch die grandiose Darstellung des Auslösers des Konflikts zwischen den beiden Lagern ist großartig in Szene gesetzt und lässt einen unmittelbar die Kraft der Symbolik erfahren.

Trotz aller Lobeshymnen sind da aber noch ein paar Kritikpunkte. Zum einen ist es Regisseur Matt Reeves nicht gelungen, den Charme des Vorgängers einzufangen. Das kann aber mit der ruhigen Grundstimmung des ersten Teils erklärt werden und den etwas charismatischeren Darstellern auf der Seite der Menschen, allen voran James Franco. Dazu fällt es wie gesagt anfangs etwas schwer, sich auf die in diesem Film dominanten CGI-Affen einzulassen, welche dazu noch sehr oft in Zeichensprache sprechen, was für den dieser Kommunikationsform nicht Mächtigen sehr viel Mitlesen bedeutet. Zum anderen ist das Ende mit seinem doppelten Showdown dann doch etwas zu überladen. Ein Schnitt nach dem ersten Showdown hätte zwar sehr viele Fragen offen gelassen, hätte jedoch für ein etwas realistischeres Ende gesorgt. So jedoch verkommt das Ende zu einem Hollywood-Happy-End mit Cliffhanger für ein weiteres (schon geplantes) Sequel.

Mit „Planet der Affen: Revolution“ gelingt es Matt Reeves, die ihm von Rupert Wyatt gereichte Fackel weiterzutragen. Man erkennt seine Handschrift, ohne dass er sich zu sehr vom Vorgänger entfernt. Und dazu weiß er, mit Eye-Candys zu überzeugen. Doch anders als andere momentan sehr erfolgreiche Regisseure castet er dafür nicht dralle Blondinen, er erschafft epische Sequenzen, die einem noch eine ganze Weile durch den Kopf gehen. Ich meine, wie episch ist ein Affe, der mit zwei Maschinengewehren bewaffnet auf einem Pferd reitet und durch ein Feuer springt? Da der Film aber im Ganzen noch die oben aufgeführten Mängel aufweist, gibt es „nur“ eine 8/10.

Autor: Mamon Hassani

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