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Like Crazy (2011) Review

„Like Crazy“ erzählt die Geschichte von Anna (Felicity Jones) und Jacob (Anton Yelchin). Eine Geschichte von zwei Menschen. Von zwei Menschen, die sich lieben. Und die einzige Hürde, die bei dieser Liebe besteht, ist die, dass Anna aus England eben Jacob aus den USA liebt. Und die Tatsache, dass beide trunken vor lauter Liebe nicht merken, wie sie immer unvernünftiger werden. Denn Anna hat lediglich ein Studentenvisum und Anna überzieht es. Schlägt alle Warnungen in den Wind. Genau wie Jacob. Ein Einreiseverbot wird Anna auferlegt, die Beziehung der beiden auf eine harte Probe gestellt. Loslassen müssen sie. Loslassen sollten sie. Loslassen ist das einzige, was sie nicht können.

Im Glauben, dass Geduld die Liebenden stets belohnt, harren die beiden aus. Leben miteinander. Ohne einander. Nebeneinander her. Sehen sich einige Tage, vielleicht Wochen. Und sehen sich Monate lang nicht. Ein Leben, eine Liebe ohne Konstante. Obwohl es Konstanten gibt. Auch andere Möglichkeiten, Lösungen. Anna und Jacob sehen sie nicht. Können nicht. Wollen nicht. Sie sind ein Paar. Immer. Irgendwie. Und sie sind getrennt. Auch das immer. Irgendwie. On / Off. Romantisch-verklärt. Kindlich-naiv. Wahrhaftig. Voller ehrlicher Überzeugung. Und sie steuern weiterhin auf etwas zu, was sie nicht sehen wollen. Das Ende. Weil es unvermeidbar ist. Oder nicht?

Regisseur Drake Doremus legt mit seinem auf dem Sundance-Filmfestival gefeierten Werk eine klassische, bezaubernde, berührende, klischeehafte, traurige Romanze vor. Einen brutalen Film. Brutal, weil er den Zuschauer mit eigenen Unzulänglichkeiten konfrontiert. Klischeehaft und gerade deshalb so wahrhaftig. Doremus‘ Film begeistert mit einem famosen Soundtrack, tollen Regieeinfällen und zwei großartigen Hauptdarstellern, die dahin gehen, wo es wehtut. Auch Jennifer Lawrence spielt in diesem Film eine kleine Nebenrolle. Wenn überhaupt, dann hat sie vielleicht 15, 20 Minuten Screentime. Und bleibt doch lange im Gedächtnis. „Like Crazy“ ist nicht perfekt. Vielleicht, weil er in seiner Ehrlichkeit zu brutal ist. Vielleicht auch, weil er gegen Ende den einzigen Antagonisten etwas zu negativ zeichnet. Vielleicht, weil er teilweise arg unglaubwürdig erscheint. Doch „Like Crazy“ ist eine Wucht. „Like Crazy“ ist wie ein Schlag ins Gesicht. Einer, der uns vor Augen führt, dass Verliebte nicht erkennen, wie sie andere um sich herum verletzen. Und sich selbst. Bis am Ende alles da und nichts mehr übrig ist. So als seien sie verrückt. Like crazy.

Der Film wirkt lange nach. Er beschäftigt. Er ist romantisch, ehrlich und wichtig. „Ich liebe dich“ bildet in Doremus‘ Film keine Aussage. „Ich liebe dich“ wird zur Frage mit Hoffnung auf Bestätigung und Erwiderung. Allein das mit anzusehen wird zum schmerzlich-intensiven Erlebnis. Empfehlung? Ja, auf eigene Gefahr.

Daher in Anlehnung an Kafka: „Like Crazy“ gesehen. Geweint.

Autor: Markus Schu

2 Responses to “Like Crazy (2011) Review”

  1. 1
    SimonO Says:

    Herrlich! Läuft der grad im Kino??

  2. 2
    Markus Says:

    Danke! Nein, der ist bei uns gerade auf DVD erschienen bzw. in der Videothek.

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