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Jurassic Park III (2001) Review

© Universal Pictures Home Entertainment

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Nachdem 1997 die erste Fortsetzung in die Kinos kam, versuchte man 2001 erneut an den Erfolg von „Jurassic Park“ anzuknüpfen. Während der zweite Teil zwar finanziell nicht ganz an den Riesenerfolg heranreichte, jedoch ein äußerst respektables Ergebnis am Box Office erzielte, blieb „Jurassic Park III“ hinter den Erwartungen zurück. Der kritische Tenor über den Film fällt aus wie so häufig: Während Teil 1 als Klassiker gilt und der zweite Teil trotz der Schwächen als recht „sehenswert“ gehandelt wird, lässt man den dritten Ausflug auf die Dinosaurier-Insel für gewöhnlich unter den Tisch fallen. Ob diese stiefmütterliche Behandlung gerechtfertigt ist, lässt sich an einer erneuten Sichtung kurz vor Kinostart des neuesten Teiles 2015 untersuchen.

Zunächst fällt eine deutlich zusammengestauchte Handlung auf. Bei einem unerlaubten Segelflug über Isla Sornar (Anlage B aus „Vergessene Welt“) stürzt der Jugendliche Eric Kirby (Trevor Morgan) auf ebendieser ab. Seine Eltern Amanda und Paul (Téa Leoni & William H. Macy) mieten sich ein Flugzeug, um mit einer Gruppe Söldner auf die Insel zu fliegen und ihren Sohn zu suchen. Dazu locken sie Dr. Alan Grant (Sam Neill) mit einer hohen Spende für seine Forschungen mit auf die Insel, im Glauben er kenne sich dort aus. Dazu gesellt sich einer von Grants Studenten, Billy Brennan (Alessandro Nivola). Das Flugzeug stürzt ab, so dass sich die Gruppe mit unterschiedlichen Motiven auf den Weg macht – Grant will für eine Chance auf Rettung an die Küste, das Elternpaar versucht weiterhin, den Sohn zu finden.

Boten die ersten Teile noch Inhalt für über 2 Stunden stringente Unterhaltung, wirkt „Jurassic Park III“ mit seinen gerade mal 90 Minuten doch sehr gehetzt. Die Exposition wird rasend abgehandelt, nach einer Viertelstunde ereignet sich schon der große Dinosaurier-Kampf, danach gibt es nur noch minimale Ruhepausen. Beim Action-Anteil wurde wenig gespart – da abgesehen von Alan Grant, der uns schon bekannt ist, die Charaktere allesamt äußerst blass und austauschbar bleiben, fällt dies nicht weiter ins Gewicht. Völlig unverständlich bleibt, warum Dr. Grants Partnerin Ellie Sattler (Laura Dern) durch den völlig uninteressanten Billy Brennan ausgetauscht wurde. Statt eines Wiederauflebens der hervorragenden Chemie zwischen den beiden Figuren widmet der Film ihnen in den ersten fünf Minuten eine kurze Szene, in der dargelegt wird, dass die beiden kein Paar mehr sind. So verkommt Laura Dern zu einem kurzen Cameo, das ihr Fehlen im restlichen Film nur noch mehr unterstreicht.

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Das Effekt-Niveau ist genau so geblieben, wie man sie von „Jurassic Park“ gewohnt ist: Eine homogene Mischung aus CGI und Animatronik. „Jurassic Park III“ bietet viele kurze Action-Sequenzen, die für sich genommen Spaß machen – den großartigen Suspense etwa der Hauptszene am T-Rex-Gelände des ersten Teiles lassen sie jedoch vermissen. Meist sind die Szenen zu kurz, ohne interessanten Aufbau und wirklichen Höhepunkt. Einzig der Kampf zwischen T-Rex und Spinosaurus, einer neuen Kreatur, lässt das Gefühl von Spektakel hochkochen und erinnert inszenatorisch sehr an den Kampf zwischen King Kong und dem T-Rex aus „King Kong und die weiße Frau“ von 1933. Aber auch dieser wird schnell abgehandelt, damit die nächste Actionsequenz ohne große Einleitung beginnen kann. An dieser Stelle wurde viel Potential verschenkt, gerade weil die Vorgängerfilme zeigen, wie solche Szenen funktionieren können, positioniert man sie punktuell und gibt ihnen die nötige Zeit zur Entfaltung.

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Somit bleibt ein Film mit guten Effekten und soliden Actionsequenzen, der aus diesen Ingredienzen jedoch wenig zu schöpfen weiß, und sich mit langweiligen Figuren und einem gehetzten Verlauf keinen Gefallen tut. Möglicherweise hat sich der Kosmos des Darstellbaren beim „Jurassic Park“-Franchises schnell erschöpft, zeigte doch die erste Fortsetzung schon viele Wiederholungen. Seitdem ruhte die Reihe für fast 15 Jahre. In den nächsten Tagen erscheint der vierte Film, „Jurassic World“ – jetzt darf es dann auch mal wieder ein wenig mehr Innovation sein.

Autor: Roman Widera

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