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Jumanji: Willkommen im Dschungel (2017) Review

© Sony Pictures

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Die vier Schüler Spencer, Bethany, Martha und Fridge werden zum Nachsitzen verdonnert. Als zusätzliche Bestrafung sollen sie zudem den Schulkeller ausmisten. Die äußerst umfangreiche Strafarbeit wird aber schnell vergessen, als sie eine völlig veraltete Spielkonsole finden und sich dazu entscheiden, eine Runde Jumanji zu spielen.

Hollywood recycelt seit Jahren vermehrt mit mal mehr, mal weniger Erfolg seine alten Klassiker und präsentiert uns diesmal einen Film, der zu seiner Zeit einige Maßstäbe in der Computeranimation gesetzt hat: „Jumanji“ (1995). Der Erfolgsfilm mit Robin Williams wusste als Familienunterhaltung mit äußerst dunklen Tönen zu überzeugen und ist hervorragend gealtert. Die Frage nach einer Notwendigkeit von Remakes sollte man sich schon lange nicht mehr stellen, die Frage ist eher, ob sich dieses Remake wenigstens gelohnt hat.

„Jumanji: Willkommen im Dschungel“ kann sich in der Tat sehen lassen. Der Humor ist, abhängig von den mitwirkenden Schauspielern, sehr in den Vordergrund gerückt, weswegen die dunklen Elemente aus dem Vorgänger/Original abgeschwächt wurden. So ist diesmal nicht der Protagonist, sondern eine Nebenfigur des Films seit Jahren im Spiel gefangen, für den wiederum nur wenige Monate seit Beginn des Spiels vergangen sind. Der Spielverlauf und vor allem seine Auswirkungen auf die Umwelt der Spieler ist eher nebensächlich, da sich die Spieler in der Jumanji-Welt befinden, wohingegen sich die Spieler im ersten Teil in der „realen“ Welt befanden und mit ihrem Spiel auch Unbeteiligte gefährdeten. Der Zuschauer taucht hier also in eine Welt ein, die im ersten Teil von Alan Parrish (Robin Williams) nur vage beschrieben wurde. Statt das phantastische Wesen/Objekt also in unsere Welt einzuführen, befinden wir uns in seiner. Dieses Jahr hat bereits „Thor: Tag der Entscheidung“ bewiesen, dass eine solche Umkehr der Voraussetzungen seine eigenen Reize hat.

© Sony Pictures

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Der Humor ist dabei, wie gesagt, omnipräsent. Die Teamdynamik tritt an die Stelle des emotionalen Tiefgangs aus dem ersten Teil, doch das gelingt großartig, weswegen man ihm viel abgewinnen kann. Stars wie Dwayne Johnson oder Kevin Hart stehen nun mal für eine andere Sorte Film als Robin Williams es tat. Die Geschichte an sich ist generisch und ihre Wendungen kann man mehr oder weniger voraussagen. Die Umsetzung der Idee, sich in einem Videospiel frei bewegen zu können, das Prinzip mehrerer Leben und die Interaktion mit Computeranimationen ist jedoch großartig und sehr amüsant. So können manche Animationen auf bestimmte Fragen antworten, andere jedoch antworten immer wieder mit denselben Aussagen, die mit der Frage keinerlei Zusammenhang haben.

Dwayne Johnson, der seine Urwaldtauglichkeit bereits im Namensvetter „Welcome to the Jungle“ (2003) bewiesen hat, vertraut immer öfter auf sein Talent als Komödiendarsteller, siehe „Baywatch“ (2017) und „Central Inteligence“ (2016). Der Spaß am Film ist ihm und seinen Co-Stars deutlich anzumerken, was wiederum einen positiven Effekt auf den Zuschauer hat. „Jumanji“ ist ein zeitloser Klassiker, „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ muss diesen Beweis erst noch antreten. Er ist aber auf jeden Fall ein Film, der zu überzeugen weiß. Gut dosierter Humor, wunderbare Landschaftsaufnahmen und eine Feel-Good-Atmosphäre machen den Film zu einem würdigen Nachfolger des Originals.

Autor: Mamon Hassani

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