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James Bond 007: Ein Quantum Trost (2008) Review

The James Bond Blu-ray Collection © 2015 Danjaq, LLC and Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc. TM Danjaq, LLC. All Rights Reserved. Photo by Karen Ballard

The James Bond Blu-ray Collection
© 2015 Danjaq, LLC and Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc. TM Danjaq, LLC. All Rights Reserved. Photo by Karen Ballard

Bond: Daniel Craig
Girl: Camille (Olga Kurylenko)
Villain: Dominic Greene (Mathieu Amalric)
Masterplan: Bösewicht Greene möchte die Wasserversorgung Boliviens unter seine Kontrolle bringen und tarnt dieses Vorhaben als Umweltprojekt.
Auto: Ford Ka (kein Witz)
Locations: Großbritannien, Österreich, Italien, Bolivien, Haiti und ganz viel Wüste
Gadget: Ein schrottreifes Flugzeug
Opening Credits: Animierter Wüstensand sowie viele geheimnisvolle Schattenfiguren und Pistolenschüsse
Song: „Another Way To Die“; Alicia Keys und Jack White
Legendärster Moment: Die Opernschlägerei bei der sich Bond zu feinsten Klängen durch die Oberschicht prügelt.

„Ein Quantum Trost“ ist bereits der zweite Bond mit Daniel Craig in der Hauptrolle und gleichzeitig womöglich der wildeste und verwirrendste Ableger der Reihe. Der Titel basiert hierbei auf einer Kurzgeschichte von Ian Fleming, mit der eigentlichen Handlung hat der literarische Kurztrip jedoch wenig zu tun.

James Bond muss sich im Film der geheimnisvollen Organisation „Quantum“ stellen, deren Hintergründe auch nach dem Ende des Streifens nicht ans Tageslicht kommen. Stattdessen kommt Bond nach einiger Zeit dem Umweltaktivisten Dominic Greene auf die Spur, der illegale Geschäfte mit dem bolivianischen General Medrano (Joaquín Cosío) unterhält. Dabei trifft er auch auf die schöne Camille, die ihre ganz eigene Rechnung mit dem korrupten General begleichen möchte. Gemeinsam wollen sie das gefährliche Syndikat zur Strecke bringen, doch ausgerechnet Bonds Vorgesetzte M (Judi Dench) stellt sich den beiden Helden in den Weg.

Machen wir uns nichts vor: Die Geschichte, die Regisseur Marc Forster und seine Drehbuchautoren (unter anderem Paul Haggis) erzählen wollen, ist eigentlich recht simpel gestrickt und hebt sich von anderen Spionage-Thrillern kaum ab. Dennoch gelingt es Forster, ein Maximum an Komplexität in die Story einzuweben und den Zuschauer schon nach wenigen Minuten zu überfordern. Das liegt aber nicht nur daran, dass alte Handlungsstränge aus „Casino Royale“ erneut aufgegriffen werden. Nein, auch die eigentliche Kernhandlung wird umständlich erzählt und mit einer Flut an Nebenfiguren überschwemmt, die teilweise sogar überflüssig sind. Dass der Film ,trotz seiner Simplizität, den Glauben an seine eigene Komplexität nicht verliert und potentielle Logiklöcher mit einem flotten Spruch überspielt, muss man dem Werk daher schon fast positiv auslegen.

Zu der verwirrenden Geschichte kommt dann noch ein heftiges Schnittgewitter, bei dem man sich nicht nur einmal die Augen vor Erschöpfung reiben möchte. Die Action an sich ist eigentlich hervorragend in Szene gesetzt und bietet einige besondere Schauwerte und inszenatorische Spielereien, an die unzähligen schnellen und harten Schnitte muss man sich aber erst gewöhnen. So erinnerte mich der Film nicht nur einmal an die Werke von Paul Greengrass, welche ebenso etwas an Einarbeitungszeit verlangen.

Thematisch folgt „Ein Quantum Trost“ der ernsten Linie seines Vorgängers, erdet viele typischen Bond-Elemente oder lässt sie gleich weg und beschneidet ebenso die großspurigen Weltherrschaftspläne vergangener Ableger. Außerdem besitzt der Film mit Olga Kurylenko eins der interessantesten Bond-Girls seit Beginn der Reihe. Die Motive der Figur sind erfrischend anders und ein Fortschritt im klassischen Action-Genre.

„Ein Quantum Trost“ ist umständlich erzählt, ungewöhnlich geschnitten und allgemein einfach ein sehr hektischer Bond, was sich auch an der geringen Laufzeit ablesen lässt. Wer dem Film jedoch eine Chance gibt, der entdeckt immer wieder inszenatorische Highlights, knackige Dialoge und mutige Charakterzeichnungen. Mit Sicherheit nicht der beste Agententhriller aller Zeiten, aber trotzdem ein wunderbar aufgeregtes Vergnügen. 8/10

Autor: Max Fischer

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