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James Bond 007: Der MORGEN stirbt nie (1997) Review

The James Bond Blu-ray Collection © 2015 Danjaq, LLC and Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc. TM Danjaq, LLC. All Rights Reserved.

The James Bond Blu-ray Collection
© 2015 Danjaq, LLC and Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc. TM Danjaq, LLC. All Rights Reserved.

Bond: Pierce Brosnan
Girl: Wai Lin (Michelle Yeoh)
Villain: Elliot Carver (Jonathan Pryce)
Masterplan: Das Vereinigte Königreich und China mittels medialer Manipulation zum Krieg aufhetzen und so die Medienweltherrschaft gewinnen.
Auto: BMW 750iL
Locations: Hamburg, Saigon, Südchinesisches Meer
Gadgets: Ein ferngesteuerter und gepanzerter 7er BMW, der unter anderem Raketen abfeuert, Stahlseile durchtrennt und gegnerische Autoreifen mittels Abwurf-Nägeln schrottet. Dazu ein Mobiltelefon mit eingebautem Fingerabdruck-Scanner und Elektroschocker.
Opening Credits: Sexy Frauen-Silhouetten, diverse Handfeuerwaffen, zerschossene Fernsehbildschirme, Datenströme
Song: „Tomorrow Never Dies“, Sheryl Crow
Legendärster Moment: Unter feindlichem Beschuss manövriert sich Bond auf der Rückbank seines Autos per Fernsteuerung aus einem Hamburger Parkhaus.

Brosnan, die Zweite! Nachdem Pierce Brosnans Debüteinsatz in „James Bond 007: Goldeneye“ 1995 das Bond-Franchise wieder populär und erfolgreich gemacht hatte, durfte sich der schießwütigste aller Bonds 1997 erneut einen Einsatz beim MI6 abholen. In Roger Spottiswoodes „James Bond 007: Der MORGEN stirbt nie“ bekommt es der Doppelnull-Agent mit einem wahnsinnigen Medienmogul zu tun, der für eine reißerische Schlagzeile auch mal einen Krieg zwischen Großmächten heraufbeschwören würde. Eine gute Story hätte dem mittelmäßigen Film wohl auch nicht geschadet, stattdessen gibt es in Brosnans zweitem Bond-Abenteuer leider hauptsächlich Action-Overkill, blaue Bohnen ohne Ende und Explosionen jedweder Art.

Im Südchinesischen Meer bahnt sich ein möglicherweise verheerender Konflikt zwischen dem Vereinigten Königreich und China an. Als eine britische Fregatte und ein chinesisches Kampfflugzeug zerstört werden, beschuldigen beide Seiten die jeweils andere Partei des hinterhältigen Angriffs. Der eigentliche Drahtzieher des Anschlags ist jedoch der britische Medien-Zar Elliot Carver (Jonathan Pryce), der mittels medialer Fehlinformation einen dritten Weltkrieg anzetteln und durch Manipulation seine Medienmonopolstellung in Asien ausbauen will. Mit seinem multimedialen Netzwerk plant er, ein globales Medienimperium zu errichten, das es so noch nie zuvor gegeben hat. Zur Eröffnung seines neuen Medienzentrums in Hamburg mischt sich neben der chinesischen Agentin Wai Lin (Michelle Yeoh) auch James Bond (Pierce Brosnan) unter die Gäste und fühlt dem größenwahnsinnigen Carver sowie dessen deutschen Handlanger Mr. Stemper (Götz Otto) auf den Zahn. Über Carvers Ehefrau Paris (Teri Hatcher), mit der Bond ehemals ein Verhältnis hatte, versucht der Doppelnull-Agent an die perfiden Pläne des Medien-Magnaten heranzukommen…

Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis das Thema der Medienallmacht Einzug ins Bond-Universum halten würde. Mit der sich digitalisierenden Gesellschaft der Endneunziger passte der Zeitpunkt des neuen Bond-Films sicherlich wie die Faust aufs Auge. An und für sich ist die Prämisse von „Der MORGEN stirbt nie“ auch sehr interessant. Nur hätte man dazu die Story etwas besser ausbauen und vor allem die Antagonisten etwas glaubwürdiger zeichnen müssen. Sowohl der von Jonathan Pryce gespielte verrückte Medienmogul Carver als auch Götz Ottos Reinkarnation des bösen, blonden, deutschen Handlangers scheinen aus den tiefsten Regionen der Stereotypen-Grabbelkiste zu kommen.

Ein weiteres Problem vom zweiten Bond-Einsatz unter Brosnan ist die Tatsache, dass „Der MORGEN stirbt nie“ kaum denkwürdige Momente hat und sich der ganze Streifen dadurch etwas im dramaturgischen Agenten-Einheitsbrei verliert. Bereits kurz nach dem Film fiel es mir schwer, mich an außergewöhnliche Szenen zu erinnern. Einzig die Szene im Hamburger Parkhaus mit Bonds ferngesteuerten BMW und die kuriose Verfolgungsjagd auf dem Motorrad durch Saigon blieben letztendlich haften. Sogar Sheryl Crows titelgebenden Song wird der Zuschauer nach wenigen Minuten wieder vergessen haben. Was dagegen in Erinnerung bleibt, sind unzählige Ballereien und eine viel zu flache Story. Da hilft auch die gute Leistung von Pierce Brosnan nichts, der trotz allem wieder einmal den smarten und eleganten Agenten auf perfekte Weise verkörpert. Die Auftritte der Bond-Girls Hatcher und Yeoh sowie deren Beziehung zu 007 sind dagegen leider nur durchschnittlich, das hat man in anderen Filmen der Reihe schon besser gesehen.

„Der MORGEN stirbt nie“ ist daher ein Bond-Film, der die Reihe in der Brosnan-Ära größtenteils symptomatisch beschreibt. Viele Feuergefechte mit einem wirklich guten und charismatischen 007-Darsteller, der aber leider in durchwachsenen Filmen mitspielte. Unterhaltsam und irgendwie spaßig ist das actionreiche Abenteuer dennoch. Über eine durchschnittliche Bewertung kommt der zweite Brosnan-Bond allerdings nicht hinaus. 5/10

Autor: Nicolai Gwiasta

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