Ein Kommentar

Fiktionale Unwahrscheinlichkeiten #2 Die „Justice League“

Die Verpflichtung von Ben Affleck als Batman für das sich in Planung befindliche Mega-Crossover „Superman vs. Batman“ (bzw. „Man of Steel 2“, Kinostart: 30. Juli 2015) zog eine Menge Kritik nach sich; ob diese berechtigt ist, wird sich zeigen, zumindest hatte nicht jeder damit gerechnet. Kein Zweifel, gemeinsam mit Henry Cavill wird die „Justice League“ eingeläutet, wenn auch zu einem Zeitpunkt, zu welchem das konkurrierende Marvel-Universum bereits um ein ganzes Stück elaborierter gestaltet worden sein wird. Nur wer könnte die weiteren zu vergebenden Rollen übernehmen? Und wer wäre eine eventuell geeignetere Besetzung für die beiden Haupt-Zugpferde? Ring frei für eine „Justice League“, die so nie stattfinden wird!

1. Superman (Jon Hamm)

Er ist smart, er besitzt Ausstrahlung sowie eine entsprechende Physis. Der „Mad Men“-Star ist auch aus identifikatorischen Gründen die ideale Besetzung für den rot bemantelten Helden und erweist sich daneben insbesondere in emotionalen Szenen als mimische Erweiterung aller bislang bekannten Superman-Darsteller. Nicht zuletzt die kühle Distanziertheit des Don Draper, die Hamm in seine Interpretation des bekanntesten Superhelden der Welt mit einbaut, verleiht seiner Performance einen Hauch des introvertierten Anmuts.

2. Batman (Joseph Gordon-Levitt)

INCEPTION! Mit diesem doppelt postmodernen Spiel landet DC einen Besetzungscoup und besitzt darüber hinaus zusätzlich die Möglichkeit, Verweise auf das Nolan-Universum einzubauen…natürlich nur für die Geeks unter den Fans, versteht sich, und nicht, um eventuell das finanziell lukrative Giga-Crossover zwischen Christian Bale, Jon Hamm, Henry Cavill, Brendan Routh, Michael Keaton und…wo waren wir?

© Sony Pictures Home Entertainment

© Sony Pictures Home Entertainment

3. Wonder Woman (Asia Argento)

Seit „xXx – Triple X“ (2002) ist die Tochter des italienischen Ästheten vom Dienst Blockbustern ferngeblieben, sieht man vom halbwegs öffentlichkeitswirksamen „Land of the Dead“ (2005) einmal ab. Für die Rolle der von Göttern abstammende Amazone ist sie jedoch aufgrund ihrer charismatischen Eleganz die ideale Besetzung, trotz der Tatsache, dass damit eine Italienerin einen Part übernehmen würde, der zumindest von der Kleidung her stark an eine eher andere Nationalität angelehnt ist.

4. Green Lantern (Tom Hardy)

Nachdem Ryan Reynolds sich weigert, seine Rolle aus dem 2011er-Film wieder aufzunehmen, greift Warner auf einen alten Bekannten zurück und verpflichtet das britische Breitkreuz für die Rolle des grünen Ringträgers. Zwar muss die Figur dadurch etwas muskulöser gestaltet werden, was Hardy jedoch in seinen vielen Schlägerei-Sequenzen durchaus zugute kommt.

5. The Flash (Vinnie Jones)

Ein diabolisches Kantengesicht für die Rolle des Blitzes? DC wagt sich auf neues Terrain, jedoch stellt sich die Verpflichtung des bislang eher weniger als Charakterdarsteller in Erscheinung getretenen Ex-Fußballers als Glücksgriff heraus. Da Jones schon aus beruflichen Gründen mit dem Laufen Erfahrung hat, fällt es ihm dementsprechend leicht, sich in die Rolle des mit hoher Geschwindigkeit rennenden Hermes-Verschnitts hineinzufühlen.

6. Aquaman (Jason Statham)

Auch bei der Besetzung der blonden Wassernixe spielen Gründe des Method Acting eine Rolle: Der ehemalige Turmspringer Statham hat trotz einer bei den Dreharbeiten zu tragenden Perücke keinerlei Mühe, die vielen Unterwasserszenen seiner Figur zu drehen und bringt Kameramann Wally Pfister mit permanenten Atemspielchen fast zur Verzweiflung.

7. Martian Manhunter (Mickey Rourke)

Die Wahl bei der Besetzung des keksverrückten Marsianers fällt nach einem öffentlichkeitswirksamen Tauziehen zwischen Dolph Lundgren und Mickey Rourke schließlich auf letzteren, da Lundgren Terminprobleme mit dem Dreh von „The Expendables 4: Let’s Kick Some Ass“ (Kinostart im Jahre 2016) bekommt. Nachdem Rourke bereits in „The Wrestler“ (2008) seine physische Präsenz unter Beweis bestellt hatte, hat er nun in einer einmaligen Mischung aus Live-Action und Motion-Capture die Gelegenheit, seine damals oscarnominierte Performance nochmals zu steigern.

8. Einen Post-Credit-Cameo-Auftritt als Supergirl (man rufe sich die gleichnamige Verfilmung von 1985 ins Gedächtnis) bekommt schlussendlich eine blondgefärbte Mary Elizabeth Winstead spendiert, welche Warner damit die Möglichkeit eines weiteren Franchises innerhalb der Heldenliga eröffnet.

Jeder Film ist nur so gut wie sein Monster; das wusste schon Clive Barker. Zwar wird sich die Anzahl der Monster im Rahmen der „Justice League“ in Grenzen halten, doch braucht es wohl zumindest ein paar Antagonisten:

1. Lex Luthor (Udo Kier)

Gene Hackman war bereits brillant in dieser Rolle, doch der deutsche Exportschlager setzt der Rolle des selbsternannten größten Schurken der Welt die Krone auf. Ein Hauch von ranziger Theatralik umweht die Darstellung des kurzzeitig zum Glatzkopf gemachten Kier, der seine Auftritte in diversen Schlingensief-Filmen nutzt, um das anarchische Potenzial Lex Luthors bis an die Grenzen des guten Geschmacks auszunutzen.

2. Two-Face (Aaron Paul)

Schon Jesse Pinkman hat durchaus antagonistische Züge, die Wahl auf Paul fiel jedoch eher aufgrund seiner diabolischen Leistung in der Neuauflage von „The Last House on the Left“ (2009). Die Rolle des entstellten Two-Face bietet ihm nicht zuletzt die Möglichkeit, mit den Vorzügen seines fast makellosen Gebisses zu spielen, weswegen er nach einem bewussten Versprecher von Asia Argento für den Rest der Dreharbeiten Tooth-Face genannt wird.

3. Circe (Jamie-Lynn Sigler)

Der bislang eher durch TV-Serien (insbesondere „Die Sopranos“) in Erscheinung getretenen Sigler gelingt mit ihrer Rolle von Wonder Womans Erzfeindin der Durchbruch auf Hollywoods Filmparkett. Ihr nuanciertes, aber zu jedem Zeitpunkt entspannt wirkendes Spiel macht das Zusammentreffen des weiblichen Gegensatzpaars in der zweiten Filmhälfte zu einem dramaturgischen Höhepunkt des Werks.

4. Baron Blitzkrieg (Sharlto Copley)

Nicht zuletzt durch „Elysium“ (2013) empfiehlt sich der südafrikanische Sozius von Neill Blomkamp für Charaktere mit einem nicht zu unterschätzenden psychopathischen Touch. Die Rolle des ehemaligen Nazi-Offiziers, der sich im Zuge der Handlung mit Lex Luthor verbündet, ist wie gemacht für den wandelbaren Copley, dessen kauzig-brutales Spiel ihm sogar eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller einbringt.

Um jeder Figur den entsprechenden Entfaltungsrahmen zu verleihen, beträgt bereits die Länge der Kinofassung 256 Minuten. Der später auf DVD und BluRay veröffentlichte Extended Director’s Cut der beiden gemeinschaftlichen Regisseure Christopher Nolan und Rob Zombie dürfte schlussendlich mit unglaublichen 337 Minuten Laufzeit als einer der längsten Filme aller Zeiten in die Filmgeschichte eingehen.

Autor: Jakob Larisch

One Response to “Fiktionale Unwahrscheinlichkeiten #2 Die „Justice League“”

  1. 1
    Mahalo Says:

    Aaron Paul als Two-Face?? Ich könnte ihn mir als den Riddler vorstellen, aber Two-Face ist dann doch ein paar Nummern zu groß für ihn.
    Deine Liste hat mich aber dazu inspiriert, eine eigene zu kreieren:

    Superman – Henry Cavill (Von der Statur her passt er, man müsste ihn nur zur Schauspielschule schicken)

    Batman – Clive Owen (Ich würde ihn gerne mal mit der Batman-Stimme hören)

    The Flash – Channing Tatum (Diese rolle braucht jemanden, dem man die coolen Sprüche abnimmt)

    Green Lantern – Armie Hammer (Er kommt von der Statur und dem Aussehen her der Vorlage am Nächsten)

    Wonder Woman – Gemma Arterton (Sie ist groß und durchtrainiert; also eine super Amazone)

    Martian Manhunter – Idris Elba (Seine Stimme passt zur Rolle)

    Aquaman – Michael C. Hall (In der Serie \’Dexter\‘ verwandelt er die bösen Kerle in Fischfutter, das wäre also ein schönes Easter Egg für die Fanbase)

    Lex Luthor – Mark Strong (Ein vielschichtiger Charakter, der von einem Könner verkörpert werden muss. Mark Strong hat genug Erfahrung mit der Verkörperung von Antagonisten)

    Der Joker – Ryan Gosling (Es wäre ein krasser Gegensatz zu seinen neueren Rollen, vom Aussehen her könnte es klappen)

    Catwoman – Asia Argento (Den Charakter habe ich einfach für dich dazu genommen ;) )

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