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Der WSM-Jahresrückblick 2015 #9 – Die beste Opening oder Credit Sequence

© Paramount Pictures

© Paramount Pictures

Jakob: Die Opening Sequence aus „Scouts vs. Zombies“

Eine männliche Reinigungskraft mit Kopfhörern („Ron the Janitor“, wie die Credits verraten), der Zuschauer hört mit: „Black Widow“ von Iggy Azalea und Rita Ora. In einer, nun ja, ausgefeilten Choreografie benutzt er den Stiel seines Wischmopps als Mikrofon, bewegt die Lippen synchron zum Start-Refrain, darf die Zeile „like a black widow, baby“ auf die Tonspur quietschen und tanzt mit dem Beginn des Rap-Parts in ballettartigen Bewegungen durch einen in düstere Blautöne getauchten Gang einer Forschungseinrichtung, während er mehr schlecht als recht den Boden reinigt. Nach wenigen Sekunden hat der Film seine Fahrtrichtung klargemacht und man liegt das erste Mal vor Lachen am Boden. Der Schauspieler heißt übrigens Blake Anderson, nur um die Leistung entsprechend zu würdigen und irgendwie ist seine Rolle ja auch für die Ereignisse des Filmes verantwortlich…

© 2015 Disney / Pixar

© 2015 Disney / Pixar

Markus: Die Credit Sequence aus „Alles steht Kopf“

Die Prämisse mit den vermenschlichten Gefühlen bzw. Gefühlen als handelnden Figuren ist der wahrscheinlichste größte Geniestreich des Kinojahres. Und als Fan-Service liefern uns die Macher dann noch etliche charmant-lustige Szenen im Abspann, die uns Einblicke in die unterschiedlichsten Köpfe und Gefühlswelten verschiedenster menschlicher (und tierischer!) Figuren gewähren. Das ist einfach nur wahnsinnig witzig und eine brillante Idee, um den schönsten Animationsfilm des Jahres herzerwärmend ausklingen zu lassen.

© 20th Century Fox

© 20th Century Fox

Laszlo: Die Opening Sequence aus „Birdman“

Keine Frage, „Star Wars“ hat immer die ikonischsten Credits, aber ikonisch reicht nicht, um Iñárritus bizarres Meisterwerk zu schlagen, das uns direkt am Anfang mit dem fesselnden Drum-Soundtrack und dem schwebenden Michael Keaton in seinen Bann zieht. Außerdem ist in den deutschen „Star Wars“-Opening Credits ein Rechtschreibfehler (Shoutout an „Grammar Nazi“ Meggy!)

© 20th Century Fox Home Entertainment

© 20th Century Fox Home Entertainment

Torsten: Die Opening Sequence aus „Kingsman“

Aus einem Ghettoblaster im Mittleren Osten ertönt „Money for Nothing“ von den Dire Straits, als der britische Secret Service mit einem Kampfhubschrauber eine Geheimbasis beschießt und die herausbröckelnden Steine schließlich die Production-Credits ergeben. Danach beginnt eine folgenschwere Befragung. Eine der wenigen Eröffnungssequenzen, an die ich mich überhaupt noch erinnern konnte, weil sie gut war. Ein guter Song ist die halbe Miete für so eine Credit-Sequenz – ja, ich spreche mit dir, „Spectre“.

David D.: Die Opening Sequence der Netflix-Serie „Marvel’s Jessica Jones“

Serien leben zum Teil durch ihre einprägsamen Opening Sequences. Schon der erste Ton der Titelmelodie im Ohr und man freut sich, wieder in diese Welt eintauchen zu können. Die Title Sequence von „Jessica Jones“ spielt mit Farben, Licht und Schatten. Eine düstere Welt. Ein unwirklicher, verschwommener Blick hinter einige Fassaden. Alles eine Visualisierung von Jessicas Figurenzeichnung. Eine Frau, die kein typischer Superheld ist. Eine Frau, die auch nicht als typische Frau dargestellt wird.

© Warner Bros.

© Warner Bros.

Michael: Die Opening Sequence aus „American Sniper“

Bradley Cooper als Scharfschütze Chris Kyle liegt auf einem Häuserdach im Irak. Vor seinem Zielfernrohr taucht plötzlich eine Mutter mit Kind auf – in der Hand eine Granate. Selten hat eine Opening Sequence das Thema eines Films besser zusammengefasst. Clint Eastwood drehte hier einen Kriegsfilm über das Dilemma von Pflichterfüllung und den damit verbundenen Tragödien.

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