Hinterlasse einen Kommentar

Der WSM-Jahresrückblick 2015 #10 – Das am meisten in der öffentlichen Wahrnehmung unterschätzte Element

© capelight pictures

© capelight pictures

Jakob: Gute Direct-to-DVD-Filme

Auch hier kein Alleinstellungsmerkmal des Jahres 2015, aber zum ersten Mal bewusst verkündet. Klar, es gibt in filmischer Hinsicht einen nicht zu unterschätzenden Haufen Schrott, der seinen Weg in die Läden findet und in Deutschland hat man darüber hinaus noch das Problem, dass es sich in einigen Genres nur allzu häufig um gekürzten Schrott handelt. Auf dem Direct-to-DVD-Markt existieren aber auch durchaus gute oder sehr gute Filme, die einfach nur aus ökonomischen Gründen nicht das Glück haben, einen Kinostart zu erhalten. Natürlich ist es äußerst selten, dass mal ein Meisterwerk darunter ist (angenehme Ausnahme aus dem Jahr 2014: „Under the Skin“), aber speziell im Bereich Horror und Komödie lohnt sich ein Blick doch immer wieder mal. Hervorheben muss man an dieser Stelle neben den viele Home-Entertainment-Sparten der Major-Verleiher auch kleine Independent-Label wie Capelight, Rapid Eye Movies oder Pierrot Le Fou, die alle ihren Teil dazu beitragen, Filmen auch jenseits des Blockbuster-Mainstreams eine Plattform zu bieten und quasi nebenbei auch älteren Filmen gebührend schöne Neuveröffentlichungen spendieren.

© Disney / Marvel 2015

© Disney / Marvel 2015

Markus: Der unfassbare Leistungsdruck, der auf Regisseuren/Autoren wie Joss Whedon und J.J. Abrams lastet

Rund 1,4 Milliarden US-Dollar Einspielergebnis bei „Avengers: Age of Ultron“ gilt beim Mäusekonzern, gemessen an den eigenen Erwartungen, als Enttäuschung. Dafuq?! In den Schuhen von Joss Whedon hätte ich definitiv nicht stecken wollen, bei all den Erwartungen, die an ihn gestellt wurden und all den Vorgaben, die er zu erfüllen hatte. Dieser Mann hat unsere Fan-Liebe verdient, auch wenn „Age of Ultron“ sicherlich nicht perfekt geworden ist. Dass der Film aber überhaupt so gut wurde, wie er letztendlich ist, grenzt bei den unmenschlichen Anforderungen geradezu an ein Wunder. Ähnlich ging es im Vorfeld ja Mastermind J.J. Abrams, dessen Bürde vielleicht noch größer war als die von Joss Whedon. Da es zu „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ aktuell aber nur universal acclaim zu verzeichnen gibt (und das völlig zu Recht!), hat Mr. Whedon ein Stück weit mehr Liebe verdient. Diese Mammutaufgaben, die wir alle u.a. jenen beiden Genies immer wieder zuschieben, haben es schon in sich. Klar, niemand zwingt sie dazu, aber die ScreenJunkies liegen sicherlich nicht ganz falsch damit, wenn sie in ihrem „Honest Trailer“ zum zweiten „Avengers“-Film sagen: „Oh Guys, I think we broke Joss Whedon.“ Hoffentlich nicht…

© Warner Bros.

© Warner Bros.

Laszlo: Der Trailer von „Creed – Rocky’s Legacy“

Monate ist es nun her, dass den Menschen mit dem „Creed“-Trailer das Licht gezeigt wurde. Doch noch immer herrscht Krieg und Hunger auf der Welt und kaum ein politischer Anführer hat das stehende Heer und Polizei aufgelöst. Man könnte meinen, die Weltelite hätte den Trailer überhaupt nicht gesehen. Da dies aber natürlich völlig ausgeschlossen ist, kann ich nur zu dem Schluss kommen, dass sie den Trailer völlig unterschätzen. Doch Geduld, Jakob, nur 14 Tage nach Silvester wird mit dem Kinostart von „Creed“ das Zeitalter des Friedens und der Kolonisierung der Galaxis durch die Vereinte Föderation der Planeten unter Führung der Balboa 1 beginnen!

Torsten: Der Trailer von „Creed – Rocky’s Legacy“

Natürlich nennt man hier „wirsindmovies.com“! Aber abgesehen von uns kann es nur eine Antwort geben: Der Trailer für den besten Film des Jahres 2016 – „Creed“. Bislang haben nur 14,5 Millionen Menschen den Trailer zu diesem Magnum Opus gesehen – viel zu wenig. Der visionäre Regisseur Ryan Coogler besetzte seinen Film mit Schauspiel-Wunderkind Michael B. Jordan und der lebenden Legende Sylvester Stallone. Klare Signale dafür, dass nach dem 14.01.2016 nicht nur die Filmwelt nicht mehr so sein wird, wie sie vorher war.

David D.: „Kung Fury“

Soll ich dazu jetzt noch etwas sagen? Ich denke nicht… Ach, ich mach’s trotzdem: FETT! So muss eine moderne Parodie aussehen! Trash auf höchstem Niveau, gepaart mit einem trockenen Humor, bei dem man beinahe Angst haben muss, dass einem die Kauleiste beim Dauerlachen zu Staub zerbröselt. Hervorragendes Timing, Schlag auf Schlag – buchstäblich. Auf eine Absurdität folgt die nächste.

Michael: Das Regiedebüt von Russell Crowe

Stell dir vor, einer der großen Darsteller unserer Zeit feiert sein Regiedebüt und keiner geht hin. So geschehen bei Russell Crowes „Das Versprechen eines Lebens“. Dabei ist dem Regisseur und Hauptdarsteller ein ergreifendes Epos im Stile des Classical Hollywood gelungen, das auch gleichzeitig ein wichtiges Plädoyer für kulturelles Verständnis in unserer heutigen Zeit darstellt.

Leave a Reply