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Der WSM-Jahresrückblick 2015 #1 – Der/Die beste/r Newcomer/in

© 2015 Lucasfilm Ltd.  / Disney

© 2015 Lucasfilm Ltd. / Disney

Jakob: Daisy Ridley

Man kann sich noch an den Moment erinnern, als die Besetzung für „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ bekanntgegeben wurde. Die meisten Namen kannte man, klar, die alte Garde um Harrison Ford, Mark Hamill und Carrie Fisher war wieder mit dabei und auch Oscar Isaac und Adam Driver waren keinesfalls Unbekannte, ganz zu schweigen von Andy Serkis oder gar Max von Sydow. Sogar hinter dem eher weniger geläufigen Darsteller John Boyega stand stets in Klammern „Attack the Block“, das sorgte immerhin für einen gedanklichen Querverweis. Nur eine Person war stets frei von Assoziationen: Daisy Ridley, eine damals 21-jährige britische Newcomerin, die ausschließlich TV- und Kurzfilme in der Vita hatte. Eine Hauptrolle in einer „Star Wars“-Episode zu spielen, dürfte den vermutlich größten öffentlichen Druck in der internationalen Schauspielbranche mit sich bringen; man erinnere sich an einen mittlerweile völlig unbekannten Herrn namens Hayden Christensen, welcher in Episode II und III die Rolle des Anakin Skywalker übernahm und damit weder seiner Karriere noch den beiden Filmen wirklich Gutes tat. Wie macht sich also Daisy Ridley in der Rolle, die sie vermutlich für immer prägen wird? Die Antwort: Sie rockt den Film! Auf derart charmante Weise mal eben einen „Star Wars“-Film zu stemmen, in den gefühlt drei Viertel der Weltbevölkerung enorme Hoffnungen setzen, das ist wahrlich kein Selbstläufer. Klar, die Chemie zwischen ihr und John Boyega stimmt merklich und auch Harrison Ford um sich zu haben, schadet nie, mit dem sie gemeinsam den Film an sich reißt und einen würdigen Gegenpart zum alten Recken darstellt. Nicht nur hat man ihre Figur Rey augenblicklich als Protagonistin akzeptiert und liebgewonnen, auch ihre charakterliche Entwicklung ist extrem stark gespielt. Sei es in ruhigen oder hektischen Momenten, changierend zwischen Angst, Freude, Entsetzen und Wut, transportiert über minimale mimische Veränderungen oder unter großem körperlichem Einsatz: Daisy Ridley ist immer präsent und vermag die Leinwand mit ihrer rabaukigen und zugleich selbstbewussten wie einfühlsamen Ausstrahlung zu füllen. Möge die Macht mit ihr sein und ihr ein Schicksal wie Mark Hamill oder Hayden Christensen ersparen. Den Grundstein dazu hat sie gelegt.

© Paramount Pictures

© Paramount Pictures

Markus: Halston Sage

Ich weiß, meine Kommilitoninnen und Kommilitonen müssen sich das in der Woche wirklich oft genug von mir anhören, aber bei Halston Sage (die beste Freundin des Titelcharakters in „Margos Spuren“ und der Love Interest der männlichen Hauptfigur in „Scouts vs. Zombies“) ist es die absolute, unanfechtbare Wahrheit, wenn ich sage: Mein Gott, ist die süß! Bevor mir jetzt allerdings die Objektifizierung des weiblichen Geschlechts vorgeworfen wird (hey, don’t blame me, blame the system!), werde ich mich noch an einen Erklärungsversuch wagen. Natürlich, die 22-jährige Kalifornierin ist vordergründig natürlich purer Zucker und gewinnt zuallererst mit ihren Oberflächenreizen, aber – ja, großes ABER! – die junge Dame kann viel mehr. Sie hat in diesem Jahr in den oben genannten zwei Filmen zwar jeweils „nur“ ein Love Interest eines männlichen Charakters gespielt, jedoch hat sie ihren mehr oder weniger ausdifferenzierten Figuren auch stets Seele verliehen. Mit dem Klischeebild des blonden Dummchens wurde in „Margos Spuren“ kokettiert, aber als Lacey Pemberton wirkte Halston Sage auch irgendwo wahrhaftig, greifbar und fragil. Ja, Ben aus „Margos Spuren“, in Lacey hätte ich mich definitiv auch verknallt. Und ja, Ben aus „Scouts vs. Zombies“, Kendall hätte ich auch aus jeder noch so ausweglosen, apokalyptischen Situation befreit. In diesen beiden Rollen, die ihr wohl in diesem Jahr endlich zum Karriere-Durchbruch verholfen haben (?), strahlt die talentierte Newcomerin über die ganze Leinwand. Gebt ihr endlich richtige Rollen! Bitte! Ah und übrigens: Ben. Mein Name ist Ben. Just sayin‘.

© Universal Pictures

© Universal Pictures

Laszlo: Alicia Vikander

Fiel zumindest mir das erste Mal in „Ex Machina“ auf, der es leider ganz knapp nicht in die Top 10 geschafft hat; klassische süße Maus, die im Film ist, um gut auszusehen und leicht/gar nicht bekleidet zu sein. Dachte ich. Sie kann aber auch ziemlich gut schauspielern, wie sie im kommenden „The Danish Girl“ eindrucksvoll beweisen wird (und sie ist dort natürlich auch wieder leicht bekleidet). Hier sollte eigentlich Eddie Redmayne stehen, der noch eine Liga über ihr spielt und der in „The Danish Girl“ eine fast ebenso gut aussehende Frau ist wie Alicia Vikander, aber seine Filme starteten in der letzten Dezemberwoche 2014 und in der ersten Januarwoche 2016.

© Sony Pictures Home Entertainment

© Sony Pictures Home Entertainment

Torsten: Damien Chazelle

Hier gibt es sicherlich eine Menge möglicher Kandidaten, aber Daisy Ridley und Alicia Vikander werden bei mir knapp von „Whiplash“-Regisseur Damien Chazelle geschlagen, der mit ebenjenem Werk, welches zudem sein Debüt darstellte, nicht nur fünf Oscarnominierungen einheimsen konnte, sondern auch ein Brett von einem Film abgeliefert hat. Mehr davon!

Roman: David Robert Mitchell

Sein Film „It Follows“, erst seine zweite Langfilmarbeit, gehört zu meinem liebsten Horrorfilmen dieses Jahres und entfernt dem Genre endlich wieder den Maulkorb der „Erklärung“. So präsentiert Mitchell uns einen angsteinflößenden Film, der ohne Küchenpsychologie und pseudo-logische Begründungen auskommt. Genau das hat „It Follows“ unheimlich gemacht. Hoffentlich kommt da noch mehr.

© 20th Century Fox Home Entertainment

© 20th Century Fox Home Entertainment

Jonas: Taron Egerton

Eindeutig der junge Protagonist aus „Kingsman: The Secret Service“: In tollen Outfits (von Claudia Schiffer!) bekämpft der angehende Top-Spion mit jugendlichem Charme fiese Super-Verbrecher und lässt es sich im Finale nicht nehmen, die schwedische Prinzessin…nun ja. Von ihm werden wir definitiv noch viel hören.

David D.: Daisy Ridley

Sagen wir es so: Wenn es zwei Gründe gibt, dass ich doch noch mit kindlicher Vorfreude „Star Wars: Episode VIII“ erwarte, dann wegen Luke und Rey. Große Fußstapfen du hast auszufüllen! Spannende, gebrochene und doch willensstarke Darstellung einer hoffentlich legendären Figur.

© Universal Pictures

© Universal Pictures

Michael: Der Cast von „Straight Outta Compton“

Nicht nur der Film gehört zu den besten Werken des Jahres. Auch die Darsteller dieses Dramas rund um den Aufstieg der Rap-Gruppe NWA tragen den Film mühelos und verkörpern detailgetreu ihre realen Vorbilder. Man wird hoffentlich noch viel von O’Shea Jackson Jr., Corey Hawkins und Jason Mitchell sehen und hören.

Frederic: Daisy Ridley

Die bezaubernde Britin schafft es von Sekunde 1 an, mich in ihren Bann zu ziehen und verleiht dem neuen „Star Wars“-Film die Seele, die der Prequel-Trilogie fehlte.

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