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Code of Honor (2016) DVD-Review

© EuroVideo Medien

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Steven Seagal hat sich Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre einen Namen als Actionheld gemacht, der meist einen Ex-Irgendwas verkörperte, welcher sich allein gegen alle anderen – manchmal auch gegen das Gesetz – durchkämpfen musste. Sein Aikido und seine Schusswaffe waren dabei die einzigen Wegbegleiter, die er brauchte, um sein Ziel zu erreichen. Mit diesem Rezept wurden ein paar mittelmäßige bis ganz gute Filme gekocht, die hierzulande einige Regale in Videotheken gefüllt haben. Zusammen mit Jean-Claude Van Damme, Dolph Lundgren und Chuck Norris konnte sich Seagal somit einen Namen als Testosteron-Action-Held der B-Riege hinter den ganz großen Stars Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger und Bruce Willis machen. Mittlerweile hat Seagal einige Pfündchen zugenommen und sich noch dazu einen Bart stehen lassen, was ihn aber beides nicht daran hindert weiter in Action-Filmen aufzutreten – und wie: Die Internet Movie Database listet für 2016 sagenhafte sieben Filme, in denen Seagal als Schauspieler auftritt.

Und einer von diesen glorreichen Sieben ist „Code of Honor“, in dem Seagal den Ex-Soldaten Robert Sikes spielt, der sich mittlerweile im Ruhestand befindet und dort einen Rachefeldzug gegen das organisierte Verbrechen in einer namenlosen Großstadt führt. Dabei kann man ihn am besten als ein lautloses Ein-Mann-Sondereinsatzkommando bezeichnen, das keine Spuren hinterlässt und alles ausschaltet, was ihm vor das Scharfschützengewehr – oder sonst eine Waffe – läuft. Auch wenn er sich dabei nur die Bösen vorknöpft, ist ihm natürlich die Polizei auf der Spur, die von dem FBI-Agenten William Porter (Craig Scheffer) unterstützt wird, der augenscheinlich schon etwas länger auf der Spur von Sikes ist. Aus dieser Ausgangssituation entwickelt sich ein Katz-und-Maus-Spiel, das mit seinen 106 Minuten ein wenig zu lang geraten ist und nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass zwischendurch die Ideen ausgegangen sind. Ein paar Actionszenen können mittelmäßig unterhalten und sogar so etwas wie Spannung erzeugen, viele andere plätschern nur vor sich hin, weil es absolute Standardkost ist, die eher durchschnittlich umgesetzt wurde. Eine Szene, in der ein Stuhl eine wichtigere Rolle spielt, beleidigt dazu noch schlichtweg die Intelligenz des Zuschauers. Gegen Ende hin wartet man nur auf den Showdown und der ist dann im Endeffekt ziemlich unbefriedigend.

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Was soll man sonst schon groß zu einem Steven-Seagal-Film im Jahre 2016 sagen? Es ist von der Handlung und von der Action her ein typischer Videotheken-Klopper, nur leider hat so etwas heutzutage Hochglanz-Optik und wird mit CGI-Blut „verfeinert“. Dabei geht aber sowohl der Charme als auch der Härtegrad eines solchen Films durch die Künstlichkeit verloren. Vielleicht sollte man sich, wenn man schon solche Filme produziert, auf die Ursprünge zurückbesinnen. Vielleicht ist aber auch einfach die Zeit von Videotheken-Filmen vorbei, wo es doch gar keine Videotheken mehr gibt.

Autor: Torsten Stenske

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