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Avengers: Infinity War (2018) Review

© Marvel Studios 2018

© Marvel Studios 2018

Für diejenigen, die den Film nicht im Kino gesehen haben, hier einiges zum Inhalt (natürlich spoilerfrei!): Nach den Ereignissen von „Captain America: Civil War“ sind die einstigen Avengers gespalten. Iron Man (Robert Downey Jr.) und Captain America (Chris Evans) sprechen nicht mehr miteinander und Thor (Chris Hemsworth) und Hulk (Mark Ruffalo) waren schon seit Jahren nicht mehr auf der Erde. Ein guter Zeitpunkt für den mächtigen Titanen Thanos (Josh Brolin), seine Suche nach den sechs Infinity-Steinen zu beginnen, um die Hälfte allen Lebens im Universum auszulöschen und somit das seiner Meinung nach „natürliche Gleichgewicht“ aller Dinge wiederherzustellen.

Der Film beginnt unmittelbar nach dem Abspann von „Thor: Tag der Entscheidung“ und schon früh wird klar, dass bei diesem Bösewicht mehr auf dem Spiel steht als beim letzten Avengers-Abenteuer und dem doch eher enttäuschen Antagonisten Ultron. Unterstützt wird der Titan von den vier „Kindern des Thanos“, deren Charakterisierung bis auf den charismatischen Ebony Maw eher flach ausfällt. Thanos wird den jahrelangen Teasern gerecht, er wird wirklich bedrohlich von Josh Brolin dargestellt, und das, obwohl der Charakter vollkommen per CGI erschaffen wurde. Der Titan ist der klare Protagonist dieses Filmes und erhält folglich am meisten Screentime. Auch die Helden haben jedoch alle Hände voll zu tun. Neben den ursprünglichen Avengers um Iron Man, Captain America, Hulk, Thor und Black Widow (Scarlett Johansson) haben auch die erst kürzlich eingeführten Marvel-Charaktere Platz für große Taten, seien es Doctor Strange (Benedict Cumberbatch), Spider-Man (Tom Holland), Black Panther (Chadwick Boseman), Scarlet Witch (Elizabeth Olsen) oder auch die Guardians of the Galaxy, die ja zuvor eher unabhängige Abenteuer durchlebt haben. „Infinity War“ ist der neunzehnte Film im Marvel Cinematic Universe, was wohl Grund genug ist auf jegliche Charakterisierungen bekannter Charaktere zu verzichten. Und sind wir einmal ehrlich: Entweder hat man über die vergangenen zehn Jahre den einen oder anderen Marvel-Film geschaut oder man fängt zum jetzigen Zeitpunkt erst gar nicht mehr damit an. Der Film fühlt sich deshalb mehr wie ein Staffel- oder sogar ein Serienfinale an als wie ein eigenständiges Produkt, was gar nicht unbedingt schlecht gemeint ist.

Regie führen nach „Captain America: The Winter Soldier“ und „Civil War“ einmal mehr Anthony und Joe Russo, die versuchen, jedem einzelnen Helden wenigstens einen Moment zu geben, um sich auszuzeichnen, und das auch mit Erfolg. Natürlich kommt bei einem Film mit solchen Ausmaßen manchmal das Gefühl auf, dass er vielleicht etwas überfüllt ist, aber genau das wünscht man sich doch eigentlich vom ersten der zwei finalen Avengers-Filme. „Infinity War“ ist vor allem für Marvel-Fans ein echter Leckerbissen, aber auch Durchschnittsgucker sollten einen Blick riskieren, es lohnt sich.

Der ultimative Superhelden-Showdown ist nun auch für den Heimkinogebrauch zu haben. Die UHD-Blu-ray erscheint am 6. September im hübschen Pappschuber und bietet im englischen Originalton prallen Dolby-Atmos-Sound, während die deutsche Synchronfassung sich mit 7.1-Sound begnügen muss. So viel zu den Formalia. Die Special Features der Blu-ray sind dabei nicht unbedingt weltbewegend. Neben einigen Featurettes und einem Gag Reel gibt es lediglich ein paar erweiterte und gelöschte Szenen. Die einzig erwähnenswerte hierbei begleitet die Guardians in ihrem Raumschiff bei einem Streit über die Musikauswahl.

Autor: Oliver Drautzburg

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