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Alien: Covenant (2017) Review

© 20th Century Fox

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Auf ihrer Mission zur Kolonialisierung des Planeten „Origae-6″ wird die Crew der Covenant durch heftige Turbulenzen unsanft aus ihrem Hyperschlaf geweckt. Nachdem die Umstände Christopher Orand (Billy Cudrup) zum neuen Kapitän machen, fasst er den weitreichenden Entschluss, dem mysteriösen Funkspruch einer Frau nachzugehen. Dieser Entschluss führt sie zu einem auf den ersten Blick perfekten Planeten zur Kolonialisierung.

Mit „Alien: Covenant“ wird der „Alien“-Saga ein weiteres Kapitel voller Suspense, Action und nervenaufreibender Spannung hinzugefügt. Der Film bleibt der Tradition der Reihe weitestgehend treu; er versucht nicht, neue Facetten des Genres zu schaffen, sondern konzentriert sich auf dessen Stärken. Zwar geht es in „Alien: Covenant“ vordergründig mal wieder um die Crew eines Raumschiffs, das nach und nach von einem oder mehreren Xenomorphs ausgeschaltet wird, jedoch beschäftigt sich der Film tiefgründiger mit der Frage nach der Existenzberechtigung des Menschen und orientiert sich hier an dem als Prequel zur Reihe gedachte „Prometheus“ (2012). Bereits in der Eröffnungssequenz philosophiert der aus ebenjenem Film bekannte Android David (Michael Fassbender) mit seinem Erschaffer Peter Weyland (Guy Pearce) darüber, wer die Menschen denn erschaffen hat. David gibt sich mit seiner bloßen Existenz als Diener seiner Herren nicht zufrieden und erkennt seine geistige Überlegenheit, welche ihn sein ganzes Dasein beschäftigen soll.

Nach einer etwas längeren Anfangsperiode, die zur Etablierung der neuen Charaktere dient, fängt der eigentliche Plot des Films wiederum recht unverzüglich an. Die Parasiten beginnen zunächst damit, sich in Wirtskörper einzunisten, um dann als Xenomorphs Jagd auf die Crewmitglieder zu machen. Nach einer spektakulären und sehr ausgedehnten Actionsequenz jedoch beruhigt sich der Film genauso abrupt wieder, um das Aufeinandertreffen von David und Crew zu inszenieren. Unwissend über die Vorkommnisse auf der Prometheus erkennen sie David als ihren Retter an und begeben sich in seinen Schutz. Hier ist das Aufeinandertreffen von David auf Walter (ebenfalls Michael Fassbender) besonders interessant. Walter ist als Android eine Weiterentwicklung von David. Dies hat Walter zu einem folgsameren Diener werden lassen, als es David überhaupt möglich war, da bei Walter die Möglichkeiten des freien Denkens eingeschränkt wurden. So kann er nach eigener Aussage die kompliziertesten Symphonien nachspielen, jedoch fehlt ihm die Gabe, auch nur simpelste Melodien selbst zu konzipieren. Während Walter diesen Umstand als belanglos erachtet, da seine oberste Priorität darin besteht, als Mitglied der Crew seinen Beitrag zur Erfüllung der Mission zu leisten, ist David der festen Überzeugung, dass er und Walter als Androiden den Menschen überlegen sind und daher ihnen nicht hörig sein sollten. Vielmehr nutzt David sogar die Crewmitglieder sogar für seine Experimente, um die Xenomorphs gezielt weiter zu entwickeln.

© 20th Century Fox

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Der Film stellt unentwegt die Frage nach der Begründung der Existenz des Menschen, gibt jedoch lange Zeit keine Antwort hierauf. Es werden auch zunächst keine philosophischen Interpretationen angeregt, vielmehr wird die Frage schlicht nicht beantwortet. Als zu Beginn des Films David seinem Erschaffer Weyland eben diese Frage stellt, bezieht dieser nicht Stellung. Er betrachtet sich den Fragesteller und versucht die Motive hinter der Frage zu erforschen. Als Reaktion auf die Frage ordert Weyland David dazu an, ihm Tee zu servieren, um ihm so verständlich zu machen, dass er als Diener überhaupt nicht die Erlaubnis besitzt, seinem Erschaffer überhaupt eine solche Frage zu stellen und ihn damit bloßzustellen, weil er die Antwort schlichtweg nicht weiß. Erst mit seinem ebenbürtigen Ebenbild Walter philosophiert David über die Existenz der Menschen, nur um enttäuscht festzustellen, dass sich Walter mit seiner untergeordneten Rolle abgefunden hat. Später philosophiert David auch mit den Menschen über ihr Existenzrecht, nur um ihnen ihre in seinen Augen ausgedienten Rolle als ein Zwischenschritt in der Evolution zu verdeutlichen.

„Alien: Covenant“ ist in vielerlei Hinsicht ein äußerst gelungener Film, der sowohl den durchschnittlichen Kinogänger zu unterhalten weiß, als auch darüber hinaus einen bleibenden Eindruck beim Zuschauer hinterlassen kann. Er fordert den Zuschauer auf mehreren Ebenen, ohne ihn wirklich zu überfordern. Jedoch schafft es der Film nicht, das Tempo richtig zu regulieren. Speziell am Ende wird dies deutlich, da sich die letzte Auseinandersetzung mit einem Xenomorph nicht wie der Höhepunkt des Films anfühlt, der sie sein möchte. Insgesamt jedoch ist der Film jedoch durchaus empfehlenswert, daher 7/10 für „Alien: Covenant“.

Autor: Mamon Hassani

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