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47 Meters Down (2017) Blu-ray-Kritik

© Universum Film

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Die Unterwasserwelt übt eine ganze eigene, andersartige Faszination aus. Neben beeindruckenden Naturformationen sind es auch die zahlreichen Fische und anderen Tiere, die Staunen im Betrachter auslösen. Tauchen als Freizeit-Sportart gilt dabei als relativ sicher. Doch der Gedanke an die möglichen Ausmaße eines Fehltritts unter Wasser kann jeden Hobby-Taucher einen Schauer über den Rücken jagen. Ein solches Horrorszenario spielt auch „47 Meters Down“ nach, der auf dem Fantasy Filmfest 2017 seine Premiere feiert und nun für den Heimkinomarkt erscheint.

Während ihres Mexiko-Urlaubs beschließen die beiden Schwestern Kate (Claire Holt) und Lisa (Mandy Moore), dass sie ein echtes Abenteuer erleben wollen – Tauchen mit Haien. Was zunächst als eine einmalige, traumhafte Erfahrung beginnt, entwickelt sich schnell zum Albtraum. Nachdem sich der Käfig, in dem sich die beiden Frauen befinden, vom Boot löst, sinken sie auf den Meeresgrund in 47 Meter Tiefe. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Umgeben von Haien müssen Kate und Lisa es zurück zur Oberfläche schaffen, bevor ihnen der Sauerstoff ausgeht. Wie so oft müssen bei solchen Szenarien zunächst irgendwie die Figuren eingeführt werden, mit denen der Zuschauer während des kommenden Horrorszenarios mitfühlen soll. Zu Beginn von „47 Meters Down“ steht da die recht dünne Charakterzeichnung der zwei Schwestern. Lisa will mehr Abenteuer in ihrem Leben erleben, um so ihren Ex-Freund zurück zu gewinnen, der sie als langweilig empfand. Die extrovertierte Kate unterstützt sie tatkräftig dabei. So banal, so gut, aber mehr kommt nicht, um die beiden Frauen zu umreißen und auf das Boot zu bringen. Das ist zu verzeihen, soll doch der missglückte Tauchgang mit den Haien den eigentlichen Kick geben. Überraschend ist dabei, dass sich die Darstellerinnen trotzdem wacker schlagen. Vor allem das früherer Pop-Sternchen Mandy Moore spielt die ihrer Figur zugeschriebene nervöse Grundhaltung glaubhaft.

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Die Figuren sind also nicht der Rede wert. Doch wird die Extremsituation, in der sich die Schwestern wiederfinden, packender inszeniert? Die Effekte sind dabei überraschend gut. Am Computer generierte Haie haben seit „Deep Blue Sea“ einen langen Weg zurückgelegt und wirken nun real und flüssig in ihren Bewegungen. Auch das Tauchen wirkt echt und die Darstellerinnen sind gut in die Umgebung integriert, wenn sie versuchen, ihrem Grab unter Wasser zu entkommen. So kann auf der Bildebene zeitweise wirklich eine klaustrophobische Stimmung vermittelt werden. Dabei hilft es auch, dass die beiden Schwestern nicht jedes Klischee von Figuren in Horrorfilmen bedienen und sich angenehm klug verhalten.

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Doch der gute Eindruck hält sich nicht lange. Die Mischung aus Gedankenspiel über eine ausweglose Extremsituation, in der die Zeit zum Atmen immer knapper wird und sporadischen Hai-Attacken weiß auf Dauer nicht vollends zu überzeugen. Die durch die Haie erzeugten Jump-Scares sind oftmals erwartbar. Nahezu jedes Mal greift ein Hai an, wenn lange keiner zu sehen war oder die Rettung der Schwestern zu früh vor Ablauf der Laufzeit möglich erscheint. Auch der Überlebenskampf von Lisa und Kate weiß nichts wirklich profundes zu erzählen. Es passiert nichts fieses oder bedrohliches, so dass der Überlebenswille der zwei Schwestern nie wirklich gefordert oder hinterfragt wird. Immer scheint die Rettung nah. Das Bedrohungspotential wird nie ausgeschöpft. Zwar ist „47 Meters Down“ weit entfernt von filmischen Monstrositäten wie „Shark Night“, doch so sehr das Szenario auf dem Papier noch nach dem Albtraum für jeden Hobby-Taucher geklungen haben mag, so wird der fertige Film ihnen sicher keine schlaflosen Nächte bereiten.

Autor: Michael Schmidt

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